Ich sollte wieder einen täglichen Blog schreiben, so wie ich das schon in Marburg getan habe. Dort ist auch täglich beinahe das gleiche passiert wie hier, in Altgriechisch zwar, aber dennoch annähernd ähnlich. Auch geschieht draußen in der Welt so viel, worüber ich mich gut auslassen könnte, was ansonsten verschütt geht, daß ich mir stets aufs Neue vornehme, von einem gewissen Tag an täglich zu schreiben. Woran es dann meist nach drei oder vier Tagen scheitert, ist letztlich die Tatsache, daß ich mir zuviel vornehme, mindestens eine bestimmte Anzahl Wörter schreiben will und dann eben gar nichts schreibe.
Einen ähnlichen Beitrag hatte ich hier auch bereits, vollgestopft mit guten Vorsätzen und Plänen, die damals ebenso nach nur wenigen Tagen wieder vergessen waren.
Schluß also jetzt mit Plänen und schönen (meist verqueren) Worten. Das beste ist vielleicht, wenn ich einfach ganz zu Beginn jedem Blogtageseintrag eine kurze Stichpunktliste voranschicke, eine Art Inhaltsverzeichnis, das die Hauptereignisse oder auch Hauptärgernisse schlicht auflistet. Beginnen wir also (wobei dies keine Reihenfolge nach Wichtigkeit darstellt, sondern nur, was mir zuerst eingefallen oder passiert ist, kommt auch zuerst):
1) ganz miese bis gar keine Internetverbindung;
2) Amoklauf in Lüttich / Belgien;
3) neue Blog-Rubrik Mark Clattenburg says…;
4) ganz schlechte studentische Arbeiten.
Ich denke, daß diese Punkte zum einen genügen, zum anderen nicht alle ausführlich besprochen werden müssen. Die Punkte 1) und 4) nämlich sind hier ja in der Tat immerwiederkehrende Probleme, mit denen ich zwar kämpfe, aber doch nie wirklich fertig werde. Ich kenne zwar die jeweiligen Ursachen, kann diese aber eben – wie gesagt – nicht aus der Welt schaffen. Das Internetproblem könnte ich mit einem Umzug lösen und die schlechten studentischen Arbeiten dürfte ich ab kommenden Mai dann endgültig vom Hals haben, so es mich nicht doch erneut in die Lehre verschlägt, was ich zum jetzigen Zeitpunkt um jeden Preis vermeiden will. Es ist zuweilen wirklich erstaunlich, wie die Studenten, die bei mir eine schriftliche Arbeit schreiben, ihr Abitur in Deutsch bestehen konnten. Da spreche ich noch nicht einmal von der mangelnden Wissenschaftlichkeit und nüchternen Distanz zum Thema, sondern schlicht vom normalen Satzbau, der Verwendung einiger Vokabeln und einer lesbaren, verständlichen Ausdrucksweise. Zuweilen muß ich den Text sogar zweimal lesen: das erste Mal zum Korrigieren der Orthographie und Grammatik, das zweite Mal zum leidlichen Verstehen der „Argumentation“.
Wie gesagt: Ich könnte mich lang und breit über dieses Thema ereifern, ohne etwas zu bewirken, also habe ich mir gedacht, daß ich meiner aktuellen IPS-Gruppe einfach ein Blatt mit ein paar Fehlern der vorigen Gruppe austeile, anhand dessen sie mir die Fehler erklären sollen (und sie dann hoffentlich nicht auch machen).
Meine eigenen Probleme wurden um die heutige Mittagszeit allerdings ganz klein, als ich im Radio auf WDR2 von dem Amoklauf in Lüttich gehört habe. Zu der Zeit war noch nicht klar, was überhaupt passiert ist, nur daß ein Mann mit Blendgranaten auf eine Menschengruppe an einer Busstation geworfen hat. Schüsse seien auch gefallen. Das Gerücht ging um, daß noch andere Personen involviert und flüchtig gewesen seien, weshalb für einige Stunden Ausnahmezustand und Panik geherrscht haben. Was sich dann im Laufe des Nachmittages herausstellte, ist fast zu unglaublich als es auch wieder typisch für unser heutiges Rechtssystem ist: Bei dem Amokläufer, der sich nach seiner Tat selbst getötet hat, handelt es sich um einen 33jährigen einschlägig polizeibekannten Waffenhändler, der heute einen Untersuchungstermin hatte, bei diesem aber eben nicht erschienen war, sondern statt dessen auf unschuldige, ahnungslose Menschen losgegangen ist.
Grundsätzlich hasse ich keine Menschen, die ich nicht kenne, doch in diesem Fall gibt es einige Menschen, die hassenswert wären, und hier spreche ich nicht nur vom Amokläufer!
Da ich nun keinen geeigneten Übergang finde von diesem Thema, das mich in den nächsten Tagen sicher noch mehrfach beschäftigen wird, sei das auch gar nicht erst versucht. Im Vergleich zu dem Amoklauf ist meine neue Rubrik innerhalb dieses Blogs zwar einigermaßen nichtig und eher zur Zerstreuung gedacht, beruht jedoch ebenfalls auf einem ernsten Hintergrund. Nun mag man diesen in meiner Bildersammlung Mark Clattenburg says… zwar vermissen, doch sie ist tatsächlich aus dem Gedanken hervorgegangen, Fußballschiedsrichter nicht nur als Feindbild Nummer Eins zu sehen, wie dies in stets extremer werdenden Ausnahmen leider der Fall ist. Es gibt keine Listen, in denen der beste Schiedsrichter gewählt wird, sondern nur Umfragen, die den schlechtesten Schiedsrichter suchen. Man spricht auch nur von Fehlern, nicht, wenn ein Schiedsrichter besonders gut war, was natürlich in der Natur der Sache liegt: War ein Schiedsrichter gut, dann war er unauffällig; ein Schiedsrichter fällt nur auf, wenn er in strittigen Situationen eine Entscheidung fällen muß, und mit der sind nie alle zufrieden. Selbstverständlich hat der Trainer, dessen Spieler für ein rüdes Foul des Platzes verwiesen wird, eine ganz andere Sicht von dieser Entscheidung als der gegnerische Trainer. Das sieht möglicherweise anders aus, wenn die Mannschaft mit einem Spieler weniger doch noch den Sieg schafft, doch wenn man verliert, ist im Grunde immer der Schiedsrichter schuld daran.
Soviel wollte ich jetzt wirklich nicht zu diesem Thema schreiben, doch es bringt mich einfach auf die Palme, wenn Schiedsrichter aufs übelste beleidigt werden, wenn sie nur den Bruchteil einer Sekunde für eine Entscheidung zur Verfügung haben, während die Zuschauer sich ihre eigene Meinung oft erst nach der fünften Zeitlupe aus dem dritten Blickwinkel bilden können, dann aber auch sofort losschreien, weshalb das der Schiedsrichter denn nicht auch so gesehen hat. Es wäre ein einfaches, einen fünften Offiziellen hinter ein Fernsehgerät zu setzen, der dann auf Anfrage bei strittigen Situationen eben diese Zeitlupen benutzen kann, um dem Schiedsrichter dann mitzuteilen, welche Entscheidung die richtige ist. Den Fernsehbeweis gibt es beim Rugby, beim Eishockey, beim Tennis und sicher in vielen anderen Sportarten auch, nur der Präsident der FIFA, Herr Josef Blatter, ist der Meinung, daß so etwas die Emotionen aus dem Sport nehmen würde.
Gut, bevor ich mich noch weiter in dieses Thema hineinsteigere, nehme ich mir lieber vor, einen gesonderten Artikel darüber zu schreiben und nun nur noch einmal auf meine kleine Rubrik zu verweisen, die einen meiner Lieblingsschiedsrichter, eben Mark Clattenburg, einmal in etwas humorvoller Weise präsentiert.
Oh ja, Vorhaben… Nach meiner persönlichen Erfahrung passiert alles, was ich mir an privatem vornehme und nicht innerhalb der nächsten 24 Stunde erledige, entweder gar nicht mehr oder nur noch zwanghaft. Und damit ist der eigentlich angedachte Spaß an der Sache futsch.
Zumindest für heute hätte ich schon eine Idee für einen weiteren Artikel (Rezension eines Buches) und dann auch noch einen (englischer Artikel über Schiedsrichter im Allgemeinen) — ich befürchte nur, daß ich mich mal wieder nicht entscheiden kann und dann gar keinen schreibe :S
Dann entscheide eben nicht selbst, sondern lass den Zufall entscheiden. Würfel, Zahlen 1-3 stehen für das Buch, 4-6 für den Artikel. Manchmal ist das das Beste, was man tun kann.
Ich hab keinen Würfel, aber ich kann mir statt dessen Lose basteln
Dann so