In der letzten Zeit, wann immer ich mich zu diesem Blog vorgeklickt hatte, war das erste, was ich gesehen habe: Angela Merkel. Ich wußte, daß es ein Fehler war, dieses Video hier zu verlinken, denn immer wenn ich sie gesehen hatte, bin ich auch schnell wieder weg, weil mir alles, was mir bis dahin im Kopf herumgeschwirrt, sofort abhanden gekommen war. Das hat nun endlich ein Ende, denn immerhin habe ich es diesmal bis zur New Post-Maske geschafft und den neuen Eintrag bereits begonnen und immerhin breche ich kurze Schriften nicht so schnell ab wie lange, also…

Nach langer Zeit war ich heute einmal wieder in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, kurz: SLUB, vordergründig deshalb, weil ich drei Bücher verlängern mußte, die zum Glück nicht vorgemerkt waren, so daß ich sie wieder mit nach Hause nehmen konnte. Sehr viel Glück hatte ich da allerdings nicht, da sich alle drei Monographien mit den Sasaniden beschäftigen, und über die will in Dresden – außer mir – niemand etwas lesen.

Da nun der Beginn des kommenden Semesters bedrohlich nahe rückt, hatte ich vor, meinen Besuch in der SLUB so richtig auszunutzen, indem ich nach Literatur zu Thomas Edward Lawrence und Julian Apostata gesucht habe, den beiden Helden meines eigenständigen Seminars. Die beiden anderen Veranstaltungen sind ein ganzsemestriges IPS, das ich im Vergleich zu den kurzen im Wintersemester nur ein wenig strecken muß sowie eine Begleitübung zu einer Vorlesung, in der es ebenso religiös zugeht wie in dem IPS und ich nur ein paar Quellen heraussuchen muß, um die mit den Studenten eingehend zu besprechen.

Nach meiner allumfassenden Suche, die mich über einige Umwege auch noch auf ein-zwei andere Nebenthemen gebracht hat, hatte ich neun Monographien beieinander und steuerte schließlich am Ende – als krönenden Abschluß gewissermaßen – in den Lesesaal, um mir aus Libanios‘ Briefen diejenigen des Redners und Philosophen an Julian zu kopieren, da die in der SLUB vorhandene zweisprachige (Griechisch / Deutsch) Ausgabe nur als Präsenzausgabe vorhanden war, während ich die “Theologischen Reden” eines Gregor von Nazianz ausleihen konnte. Allerdings hatte ich bei Libanios wenig für mich Interessantes zu kopieren, so daß ich in etwa fünf Minuten damit fertig war.

Allerdings! – und hier komme ich nun zur Erklärung des Titels für diesen Eintrag – waren Libanios’ Briefe an Julian in der Tusculum-Ausgabe nicht ganz vollständig. Zu kopieren hatte ich die Seiten 110-137 und 370-407, von denen die Doppelseiten 130/131, 134/135 sowie 138/139 fehlten, d.h sie waren schon da, aber eben tabula rasa, also völlig unbeschrieben, weiß, unbefleckt, jungfräulich etc. pp. Irgendwas war beim Druck offensichtlich schiefgegangen. Man kennt das ja vom heimischen Drucker, wenn er ab und an mal zwei Blätter statt einem einzieht, dann allerdings hat man einfach nur das unbedruckte Blatt zu entfernen, während der Text vollständig ausgedruckt wurde. Allerdings gibt es in der SLUB auch Scanner, mit denen man bitte noch vor dem altmodischen Kopierer Vervielfältigungen seiner Monographien oder Aufsätze machen soll. Und bei diesen Geräten ist mir das auch schon passiert, daß ich – zu Hause angekommen und mir mein Erjagtes in Ruhe anschauend – plötzlich weiße Seiten in den Händen hatte anstelle von gescannten Seiten. Das hieß dann jeweils: nochmal in die SLUB und die fehlenden Seiten – nein, nicht scannen, sondern gleich – kopieren. Denn nicht nur, daß altmodisches Kopieren in Bibliotheken sicherer ist, nein, es sieht auch noch schöner, deutlicher und klarer aus!

Nur, habe ich mich dann auf dem Nachhauseweg gefragt: Was ist eigentlich aus dieser Auflage von 1980 geworden, immerhin muß dieser Fehler doch in jedem Einzelexemplar aufgetaucht sein? Hat man alle bereits verkauften Bücher wieder zurückgenommen und sie statt dessen an sämtliche Bibliotheken kostenlos verteilt, auf daß diejenigen Studenten oder anderen Benutzer, die dieses Buch tatsächlich einmal anfassen, sehen sollen, wo sie bleiben? Tusculum ist ja an sich eine gute Adresse, wenn es um antike Quellen geht, allerdings ist diese Libanios-Ausgabe nicht die erste, in der einfach ein paar Seiten fehlen. Den Preis von €79 rechtfertigt das jedenfalls nicht, auch nicht, wenn in der neuesten Auflage von 1995 die fehlenden Seiten vorhanden sein mögen.

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