Eine kleine Begebenheit heute hat mich dazu veranlaßt, mir für morgen frei zu nehmen. Frei zu nehmen vom Copy & Paste der Briefe von Thomas Edward Lawrence, deren Umsetzung in meiner Version bereits 589 Seiten umfaßt. Und ich bin erst im Jahre 1928. Sieben Jahre liegen also noch vor mir. Seit letzten Freitag beschäftigt mich diese eintönige Arbeit im Durchschnitt etwa 3-4 Stunden am Tag, aber erst heute habe ich leichte Verschleißerscheinungen an mir wahrgenommen und zwar in dem Augenblick, als ich ins Bad gegangen bin, um die Kontaktlinsen an meine Augen zu basteln. Irgendwann mußte ich schließlich mal wieder das Haus verlassen, um etwas zu essen zu kaufen, und da ich außer Haus ausschließlich mit Kontaktlinsen gehen, wurde es so notwendig, sie einmal wieder zu benutzen.

Als ich jedoch im Bad war und den Kontaktlinsenbehälter geöffnet hatte, fummelte ich mir erst minutenlang im rechten Auge herum, bis ich feststellte, daß ich mir die Kontaktlinse nicht entfernen sondern erstmal hinzufügen mußte. Mit einem kurzen verwirrten Blick in den Spiegel stellte ich fest, daß die Iris noch größtenteils intakt war, so daß ich nun mit wieder klaren Gedankengängen erst die Linse aus dem Behältnis und diese dann ans Auge kleben konnte.

Schließlich brauchte ich für den Weg zu den Futtertrögen etwas beruhigende, aufbauende Musik, also habe ich die gewählt, die ich bereits gestern wiederentdeckt hatte: den “Irish  Celtic Music Podcast“. Mittlerweile ist Marc Gunn bei Ausgabe 109 angekommen, von denen ich nur einen verschwindend geringen Teil besitze (Notiz an mich: alle Podcasts mal auf meine 2TB-Festplatte kopieren!), doch ich erinnerte mich dunkel, daß es da den ein oder anderen Song gab, der einfach wert ist, von mir wiedergefunden zu werden. Auf gut Glück habe ich also eine bereits vor Jahrzehnten gehörte Ausgabe angeworfen, und es war tatsächlich die mit einem meiner Lieblingssongs: Prince of Darkness von Ed Miller aus dem Album Lowlander.

Was folgte, ist klar: Immer und immer wieder spulte ich den Podcast an den Beginn dieses Songs zurück, auch mit nassen Händen, als ich — schon wieder zu Hause — gerade die Kartoffeln geschnitten hatte (beinahe eine Hommage an den guten alten Kassettenspieler). Pünktlich zum Abendessen 6:00p.m war mein Mahl schließlich vollendet:

Und nach Genuß desselben bin ich beinahe soweit, meinen freien Tag morgen schon wieder zu canceln. Fast. Ich werde mich nicht zwingen müssen, mich mit meiner neuen Bucherrungenschaft, den Python Year Diaries von Michael Palin, morgen ganz gemütlich auf den Balkon zu setzen. Regen ist jedenfalls nicht angekündigt.

Advertisements

6 thoughts on “T.E. Lawrence, Ed Miller und Kontaktlinsen

  1. Ich nehme an, diese gelbliche, brockige Pampe auf dem Teller, die nach schlecht angerührtem Vanillepudding aussieht, ist sowas wie Kartoffelbrei? 😉 Ich schätze mal, in Bezug auf die richtige Konsistenz gibt es allgemein wohl unterschiedliche Meinung bzw. Vorlieben.

    stellte ich fest, daß die Iris noch größtenteils intakt war
    Heißt das, die Iris ist nicht intakt, wenn du Kontaktlinsen aufgetragen hast oder daß du dir (Gott sei Dank) nicht mit dem unbekontaktlinsten Finger die Iris verletzt hast? Bin nicht sonderlich bewandert mit dem Kontaktlinsen-Jargon.

    Like

  2. PS: Hab mir schon das erste Lied vom aktuellen Podcast geschnitten (“Rambles of Spring”, Rambling Sailors) 🙂

    Like

  3. Das mit der gelblichen, brockigen Pampe mag ein wenig täuschen, weil vorne und links noch etwas Brühe vom Gurkensalat liegt. Ansonsten ist der Kartoffelbrei sehr gelungen, wie ich finde — weder zu dünn (was ich auch nicht mag) noch zu fest. So ein Mittelding eben (und es schmeckt delbstgemacht definitiv besser als Beutelpampe).

    Das Problem mit den Kontaktlinsen war, daß ich “gedacht” habe, ich hätte eine Linse im Auge, die ich nun entfernen wollte. Da ich aber keine drin hatte, habe ich mir die ganze Zeit direkt im Auge, also auf der Linse herumgefaßt. Wenn du das machen würdest, kämst du vermutlich gar nicht so weit, weil du sofort blinzeln würdest (wegen Fremdkörper = Finger im Auge). Da ich es aber gewöhnt bin, mir die Kontaktlinsen ins Auge zu schieben, bin ich da relativ berührungsunempfindlich und habe so im ersten Moment nicht mitbekommen, daß da gar nichts zum Entfernen war.

    Like

    1. Nein, muss nicht blinzeln. Ich glaube, das muss man wohl nicht, weil das Gehirn weiß, daß es sich um den eigenen Finger handelt und nicht um einen Fremdkörper. So wird der Reflex nicht ausgelöst. Aber ich merke deutlich, daß die Augenflüßigkeit mit den Salzkristallen auf meiner Fingerhaut reagiert.

      Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s