Das schöne an meiner kontinuierlichen Entscheidung, den durchgehenden Zug von Dresden nach Bochum zu nehmen, ist, daß mir Verspätungen nicht das geringste ausmachen, solange es sich nicht um Stunden handelt, denn immerhin muß ich ja keinen Anschlußzug erwischen. Das eher weniger schöne ist, daß so herzlich wenig passiert und ich spätestens beim Aussteigen denke, ich breche gleich zusammen, weil mir die Beine vom langen Sitzen beinahe abgestorben sind. Trotz meiner immer gleichen Entscheidung für diesen Zug überlege ich vorher also immer wieder aufs Neue, ob ich nicht doch wenigstens in Hannover umsteigen will.

Doch es gibt auch noch andere schöne Dinge. Man kann den Tisch vor sich herrlich vollpacken, ohne nach zwei Stunden gleich wieder alles einräumen und im nächsten Zug wieder ausräumen zu müssen. Man kann ein Buch lesen ohne darauf zu achten, wann man aussteigen muß, weil man ja immerhin über sechs Stunden Zeit hat. Und diesmal hatte ich wieder ein ganz neues Buch dabei, von dem ich erst die Einführung gelesen hatte: Diaries 1969-1979. The Python Years von meinem Lieblings-Python Michael Palin. Die ersten beiden Jahre habe ich gelesen und habe währenddessen lachen, fast weinen, schmunzeln und nachdenken müssen. Wie seine Reisetagebücher sind auch seine “normalen” Tagebücher sehr lesenswert. Besonders schön fand ich bis jetzt seine beinahe liebevolle Charakterisierung meines zweitliebsten Python Graham Chapman (R.I.P.!) und die wohl schönste Stelle bisher war diese:

“Back at the Craighurst (Hotel), Terry giggled so long and loud that Heather, the production secretary, thought I had a woman in my room. (p.10) — (Terry = Terry Jones = mein drittliebster Python).

Sonst ist bis Bochum nichts weiter passiert, außer, daß ich noch ein paar Photos aus dem fahrenden Zug heraus gemacht habe, hauptsächlich von Himmel und sonstiger Natur:

In Bochum angekommen, habe ich auf dem Bahnhof erstmal meine Vermieterin getroffen und in der Straßenbahn eine Studentin, die im vergangenen Semester bei mir im IPS saß. Ich glaube, wenn man an einem Tag in einer Stadt mindestens zwei Ortsansässige trifft, die man kennt, ist das ein guter Zeitpunkt, um sich ganz ernsthaft Gedanken um einen neuen Job zu machen.

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