Es ist fast ein wenig wie bei Twix, das früher Raider hieß: der Name ist anders, aber ansonsten wird die gleiche Chemie verwendet wie zuvor. Ähnlich ist das bei Mingle, das früher Respondi hieß: eine Marktforschungsplattform (MFP), von der man wöchentlich etwa 4-5 Mal zu einer Umfrage eingeladen wird, um zu ganz unterschiedlichen Themen aus Politik, Gesellschaft und selbstverständlich Produkten des täglichen Bedarfs seine Meinung abzugeben. Ehrlich gesagt gefiel mir Respondi besser als Mingle, weil ich bei Respondi sofort wußte, worum es geht, eben auf die mir gestellten Fragen zu antworten. Doch was genau bedeutet Mingle? Mir auf den ersten Blick jedenfalls nichts. Auf den zweiten Blick (nämlich den in ein Wörterbuch) weiß ich jetzt, daß mingle aus dem Englischen übersetzt vermischen bedeutet. Gut, darauf hätte ich kommen können. Und ebenso gut, es werden ganz grundsätzlich vermischte, also ganz unterschiedliche Fragen gestellt. Außerdem wollte diese MFP wohl mit der Zeit gehen, indem sie ihren lateinischen Namen in einen englischen gewandelt hat. Doch mich macht das ein wenig traurig, denn auf diese Art wird Latein noch toter.

Möglicherweise hatte mich dieses Namenshickhack in den letzten Monaten davon abgehalten, bei nun Mingle viele Umfragen zu beantworten, und als im November die Anfrage kam, ob ich eventuell zwei Wochen lang Zeit hätte, mich in einem Forum aktiv zu beteiligen, kam mir NaNoWriMo ganz recht: nein, ich hatte mitnichten Zeit, und ich hatte auch keine Lust.

Nun ist seit ein paar Tagen Dezember, ich bin noch immer ein wenig niedergeschlagen darüber, daß ich meine NaNoWriMo-Geschichte bei knapp 40.000 Wörtern aufgeben mußte (nur für den Moment, denn fertig geschrieben wird sie definitiv!), als ich vor ein paar Tagen eine erneute Anfrage von Mingle erhielt, ob ich mich in einem Forum zum Thema Radio aktiv einbringen möchte. Da man mir einen minimalen Zeitaufwand versprach sowie die Chance auf 4.000 Mingle-Punkte (für 1.000 bekommt man einen €10-Amazon-Gutschein), sagte ich spontan zu und erhielt gestern Abend auch prompt die Einladung samt Link zum Forum. Jeden Tag schreibe ich dort jetzt — zusammen mit anderen Auserwählten — einen Blogeintrag zu einem vorgegebenen Thema und kommentiere dann wild bei den anderen. Noch bin ich nicht sicher, ob das MFP wirklich die Radiohörgewohnheiten der Testpersonen testen will oder ob es um Forumspraxis geht. Ich hüte mich jedenfalls davor, Smileys zu verwenden oder merkwürdige Schriftfarben wie Pink oder Abkürzungen wie HDL oder HDGDL oder LOL oder ROFL oder so was. Noch gehe ich davon aus, daß die MFP tatsächlich an meiner Meinung zum Radio interessiert ist, wittere aber dennoch Konspiration.

Advertisements

4 thoughts on “Respondi heißt jetzt Mingle und macht in Radio

  1. Würde es denn so eine großen Unterschied machen, ob es nun um das Medium “Radio” geht oder um die Art und Weise mit der Foren verwendet werden? Immerhin ist es scheinbar nicht so, daß man dir sagt, du sollst dir eine bestimmte Sendung im TV ansehen, weil man wissen möchte, was du von der hältst, dir dann zwei Fragen dazu stellt, sich ansonsten aber auf deine Erinnerung an den Werbeblock innerhalb der Sendung konzentriert. Das wird gerne von einer bekannten Kosmetikfirma gemacht und ist an sich auch ok, wenn nur die Leute nicht voller Begeisterung Unmengen an Notizen mit wirklich zum Teil sehr guten Änderungsvorschlägen für die Sendung schreiben würden, die am Ende für nichts und wieder nichts gemacht wurden.

    Like

  2. Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Da macht man sich Gedanken, wie man den Werbeeffekt einer Marke verbessern kann, und dann kann man sich diese Vorschläge gut und gerne auch in der Toilette runterspülen. Das erinnert mich an historische Berater, die ja im Grunde zu jedem historischen Film hinzugezogen werden. Wenn der Historiker dann aber über bestimmten Dialogen oder der Ausstattung die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, Verbesserungsvorschläge macht, dann wird sich das im besten Fall angehört, ansonsten setzt man den Film aber so um, wie man sich das ursprünglich gedacht hatte. Der Name des Historikers taucht dann trotzdem in den Credits auf, um Authentizität und wissenschaftliche Genauigkeit zu suggerieren. Das Geld für derartige Kampagnen könnte man sich dann auch sparen.

    Like

    1. Bin mir nicht ganz sicher, du mich jetzt richtig verstanden hast (hab beim Schreiben schon den Eindruck gehabt, daß ich mich nicht richtig ausgedrückt habe bzw. nicht ganz verständlich erkläre) wie das mit der Sendung und der Werbung gemeint war. Bei dieser Umfrage ging es nicht um die Sendung an sich, den Leuten wurde aber gesagt, diese sollen sie sich komplett ansehen. Letztlich diente die Befragung dann einer bestimmten Werbung und nicht der Sendung. Nachvollziehbar dieses Vorgehen, denn die Kosmetikfirma wollte wissen, wie sehr ihre Werbung auffällt, wie sehr sie im Gedächtnis bleibt, wenn Leute ganz normal TV schauen. Ihnen explizit zu sagen, sie sollen auf den Werbeblock achten, würde nicht dasselbe Ergebnis erzielen, weil schließlich niemand in der Realität Werbung bewusst ansieht. Es war nur einfach irgendwie immer sehr unangenehm, wenn die Leute, die ich anschließend befragt habe, ganz enthusiastisch an die Sache herangegangen sind, sich teilweise gar gefreut haben, daß man nach ihrer Meinung in Bezug auf eine bestimmte Sendung fragte, dann aber wahlweise enttäuscht oder sauer waren, wenn zur Sendung nur zwei oder drei Pseudo-Fragen gestellt wurden (bei denen wir teilweise nicht einmal die Antworten aufschreiben mussten, weil’s eben nicht wichtig war), dann aber die restliche Zeit über den Werbeblock gesprochen wurde. Da haben natürlich die meisten kapiert, daß es mal wieder nur um Produkte geht. Ich hab dann gerne ein paar mehr Pseudo-Fragen zur Sendung gestellt, einfach um den Leuten ein besseres Gefühl zu geben. Und da schließt sich der Kreis zu deiner Umfrage-Teilnahme (also der Forumsbenutzung). Es geht um etwas realeres, so daß ich fast finde, es ist egal, ob nun um dein Radioverhalten oder deine Forumsbenutzungsgewohnheiten. Es soll etwas auf deine Bedürfnisse zugeschnitten werden bzw. auf die Bedürfnisse der Mehrheit und nicht einfach nur mit einer Pseudo-Forumsbenutzung überprüft werden, ob dir eventuelle Werbeanzeigen auf der Seite auffallen. Verstehst du, was ich meine? Es ist also sozusagen egal, ob du nun eine Sendung wie “Explosiv” oder “Hart aber fair” beurteilen sollst, Hauptsache es geht wirklich um die Sendung und nicht um etwas anderes, daß nur dein Artikelinteresse oder Kaufverhalten bestimmen will, auch wenn ich objektiv dieses Vorgehen nachvollziehen kann und es auch genau so gemacht werden muss, wenn man sehen will, wie jemand Randinformationen wahrnimmt. Sagt man “Achte genau auf das und das”, dann verfälscht das letztlich das Ergebnis.

      Like

  3. Ja, weiß, was du meinst, und ich meine, ich hätte mit derselben Strategie schon mal eine Dokumentation gesehen, in der es auch um Testpersonen ging, die etwas tun oder anschauen sollten, was vordergründig aber gar nicht relevant war, weil es um dazwischengeschaltete Werbung oder etwas ähnliches ging, was dann aber nur sekundär wahrgenommen wird und nicht primär.

    Habe gerade auch meine zweite Aufgabe bekommen, zu der ich wieder einen Blogeintrag schreiben soll. Diesmal geht es um den Internetauftritt von WDR2 und Radio Köln. Da soll dann das eigene Verhalten beschrieben werden, die Erfahrungen, die man bisher gesammelt hat und wenn man beide Seiten noch nicht besucht hat, dann soll man sie eben anschauen und vergleichen. Auf diese Weise bin ich jetzt beim Chillout-Livestream von Radio Köln gelandet, was ich gerade ausgiebig teste 😉

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s