In letzter Zeit habe ich eine kleine Tournee durch die Gasometer Deutschlands unternommen, also die Gasometer, in denen man die Panoramen von Yadegar Asisi bewundern kann und das ist beinahe eine sächsische Exklusivität. Die zuvor teilweise stark heruntergekommenen und nicht mehr benutzten Gasbehälter in Leipzig und Dresden werden seit 2003 bzw. 2006 von Herrn Asisi betrieben und zeigen abwechselnd Überarbeitungen früherer oder ganz neu kreierte Panoramen.

Ich als Althistoriker bin darauf aufmerksam geworden, als ab November 2005 im Leipziger Gasometer das Panorama “Rom 312” gezeigt wurde. Das war die Vorgängerversion zu der, die ich mir mit Brüderchen vor ein paar Tagen in Dresden angeschaut habe. Und anders als anno 2005 gab es zum Panorama samt Ausstellung auch den passenden Katalog dazu, der auch ein wenig zur Geschichte des Panoramas an sich und im speziellen zu “Rom 312” berichtet.

So stammt die Idee selbst nicht von Yadegar Asisi; er wurde vielmehr darauf gestoßen, als er im Jahre 1992 als Architekt die Geschichte des Rom-Panoramas gestalten sollte. Die romantische Idee von der Antike war ja etwa seit dem 17. Jahrhundert ein fester Bestandteil im Lebenslauf eines Aristokraten und Lebemanns, und so gehörte es auch dazu, sein Wohnzimmer nicht nur mit antiken Statuen und Büsten zu pflastern, sondern sich gewissermaßen auch wie im alten Rom oder Pergamon zu fühlen, indem man sich die Wände umfassend mit den entsprechenden Stadtansichten tapezierte.

Nun habe ich das weder vor noch muß ich es machen, da ich Rom ja gewissermaßen vor der Haustür habe. Gut, 10 Euro Eintritt sind durchaus ein stolzer Preis, doch wenn man sich den Aufwand ansieht, den Herr Asisi bei der Rekonstruktion, beim Zeichnen und schließlich der Umsetzung des Projekts betrieben hat, dann ist er wohl gerechtfertigt. Schon allein am Aufbringen der Farbe, die im Dunkeln (der simulierten Nacht) leuchtet, würde ich womöglich scheitern.

Im Inneren selbst darf man leider keine Bilder machen, deshalb sei auf die Homepage und auf den Twitteraccount verwiesen. Und nun ein paar Eindrücke wenigstens von dem Dresdner Panometer:

11 thoughts on “Photoset: Panometer in Dresden

  1. Ich finde es immer wieder interessant wie unterschiedlich Gasometer “vermarktet” werden. Diesen stummen Zeitzeuge wieder Leben einzuhauchen scheint mir auch nicht immer einfach zu sein. Bei uns in Wien wurden die alten Gasometer zu Wohnungen, Bürogebäuden und Veranstaltungzentren umgebaut bzw. wurden in sie hinein gebaut.

    Sehr spannende Ausstellung, sicher einmal wert Dresden zu besuchen (Sicher bietet Dresden auch sonst noch schönes zu bieten!)

    Deine Bilder sind wirklich sehr stimmig:) Kompliment:)

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    1. Diesen stummen Zeitzeuge wieder Leben einzuhauchen scheint mir auch nicht immer einfach zu sein.
      Meist stehen die Gebäude ja noch unter Denkmalschutz, dann darf man nur unter hohen Auflagen etwas verändern, am Äußeren meist gar nichts, außer es trägt zur Restauration bei. Von daher ist das in der Tat recht schwierig und auch kostenintensiv. Wohnungen finde ich aber interessant. Wäre schön, wenn du da mal ein paar Photos machen könntest, wenn du da zufällig mal dran vorbei kommst. Ist das auch ein bißchen außerhalb wie in Dresden oder ist es mittlerweile in die Stadt hineingewachsen?

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      1. Mache gerne Fotos, aber schau mal http://bit.ly/GLDGkX
        Da sind jede Menge toller Bilder:)

        Die Türme sind mitten in der Stadt, sehr belebt dank Kino und zahlreichen Lokalen. Es gibt sogar eine U-Bahn Station “Gasometer”
        Da bin ich sehr stolz auf “meine” Stadt, die sehr innovativ ist und solche Projekte immer toll umsetzt:)

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  2. Ok, auch auf die Gefahr hin, hier nicht nur als Kulturidiot dazustehen, sondern auch als ungebildeter Tölpel: Was bitte ist ein Gasometer? Und bitte kein Verweis auf Internetsuchseiten. Bin nämlich nicht nur (scheinbar) ungebildet, sondern gerade auch wahnsinnig faul lol

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    1. Da verweise ich doch einfach mal auf das Erklärbild hier auf dieser Seite, das ich absichtlich etwas größer gelassen habe, damit man die Geschichte des Gasbehälters lesen kann😉

      Aber in Kurzfassung: die Teile dienten früher zur Gaslagerung und sind heute eben überflüssig, weshalb sie langsam vor sich hin gegammelt haben und nun durch die Panometer einem neuen Zweck dienen🙂

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      1. Ich klicke Bilder nie an, außer es gibt einen Vermerk. So bin ich davon ausgegangen, daß die Größe schon die Endgröße ist (wahrscheinlich weil ich das bei mir so halte und oft auch bei anderen diese Erfahrung gemacht habe). Da konnte ich nicht mehr sehen, als eine Kirche in diesem Bunker und die Verwirrung war plötzlich groß🙂

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        1. Ah, daran lags also😉 Ja, bei mir kannst du eigentlich die meisten Bilder anklicken, wenn du dir ein Detail vielleicht doch mal größer anschauen willst. Ist nicht ganz so groß wie bei Zwitscherhexe😉 aber groß genug, denke ich. Originalgröße sind eigentlich nur die bewegten Sachen, weil die sich ja nicht mehr bewegen, wenn sie automatisch verkleinert werden, wie wir bereits festgestellt haben.

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  3. (Wird Zeit, daß du mal mehr Folgekommentare erlaubst haha)

    Ach, bei Bettina kann man die Bilder auch anklicken? Siehste, das war mir auch nicht bewusst.

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