Freut euch: Es gibt wieder eine neue Kategorie, die es wohl nicht über die erste Folge hinaus schaffen wird, und dennoch: Ich habe Spaß an neuen Dingen, also wer weiß…

Der Titel sagt es ja schon in präziser Kürze, also mache ich etwas, das ich sonst nie tue: Ich steige direkt und ohne Vorrede in mein Thema ein:

Von all den unsäglichen Hausarbeiten, die ich noch Korrektur zu lesen hatte, brauchte ich eine Pause, ein wenig Ablenkung, und die habe ich selbstverständlich dort gesucht, wo ich das wenigste mit Universität zu tun hatte. Ganz richtig: an der Universität. Allerdings habe ich mich in keine Geschichtsvorlesung gesetzt, sondern bin zur Astronomie gegangen. In Bochum hatte ich mein Planetarium, das mich abseits von Lehre und Lektüre mit fremden Welten berieseln konnte. Hier habe ich kein Planetarium mehr, aber eben die nahe Uni, wo ich jeden Mittwoch Abend der Vorlesung “Einführung in die Astronomie II” beiwohnen kann. Vor einigen Jahren, als ich hier noch studiert habe, hatte ich bereits Teil I gehört, nun also den etwas fortgeschrittenen Teil. Wen meine (handschriftlichen!) Aufzeichnungen interessieren, kann sie sich gerne hier anschauen.

Auf dem Weg zurück nach Hause und einem kurzen Abstecher zum benachbarten Türken, wo ich mir aus Ermangelung an Lust mir ein Abendessen zuzubereiten einen Salat gekauft habe, fand zudem noch ein Exemplar der Studentenzeitung “Ad rem” den Weg in meine Tasche. Darin fand ich kurze Zeit später den Hinweis darauf, daß am nächsten Tag, also Donnerstag Abend ein weiterer interessanter Vortrag stattfinden würde: “To beam or not to beam? – Die Physik hinter Star Trek” von Dr. Hubert Zitt von der Fachhochschule Zweibrücken. Schon seit Jahren tourt er gewissermaßen mit mehreren Vorträgen im Repertoire durch die gesamte Welt, um neue Trekkies zu gewinnen, neue Technikbegeisterte und vielleicht sogar auch neue Welten.

Alles an ihm war von Anfang an Programm, vor allem sein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift “Widerstand ist zwecklos”. Den allerdings brauchte es in meinem Fall gar nicht, denn ich war schließlich freiwillig gekommen. Und habe es nicht bereut. Bei einigen Zahlenspielen bin ich zwar kurzzeitig ausgestiegen, doch die Sinuskurve aus Technik und Komik ließ den Zuhörer an vielen Stellen der etwa neunzig Minuten bequem wieder einsteigen. Laut Titel ging es natürlich um das berühmte Beamen, also das “Teleportieren” von Personen von einem Ort zum anderen, das von Gene Roddenberry einst aus Kostengründen wegen erfunden worden war, nebenbei aber auch noch um das Holodeck, die scheinbar einzige Zerstreuungsmöglichkeit, die es in der Zukunft noch gibt, sowie den Replikator, der nicht nur Nahrung in Sekundenschnelle aus dem scheinbaren Nichts auftauchen läßt, sondern auch noch den Abwasch ohne einen Handstrich des Menschen verrichtet.

Als kleines Schmankerl nebenher gab es ein paar Szenen aus der Originalserie, in denen man sehen konnte, was mit Crewmitgliedern, die ein rotes Shirt tragen, nach dem Beamen auf einen fremden Planeten passierte: sie überlebten nämlich in den meisten Fällen nicht einmal die nächste Minute. Daß das Beamen auch nur bei Star Trek funktioniert, wurde mit der schönen Szene aus “Galaxy Quest” demonstriert (Part 7 auf der Seite unter dem Link).

An der Lektürefront war ich vor genau einer Woche durch puren Zufall auf ein Büchlein gestoßen, das ich heute beendet habe: die Zusammenstellung zweier Novellen von Conrad Ferdinand Meyer, “Die Hochzeit des Mönchs” und “Plautus im Nonnenkloster”. Sprachlich sehr gestelzt und altertümlich bot dieses kleine Reclamheft trotzdem eine willkommene Abwechslung zu den meist doch eher einfach gestrickten Hausarbeiten meiner Studenten.

Und zum Schluß dieser ersten Folge der neuen Rubrik gibt es noch ein kleines, sinnfreies Video, zu dem ich mich während des Champions League-Halbfinalrückspiels Real Madrid vs Bayern München habe hinreißen lassen. Besonders die zweite Halbzeit empfand ich als extrem langweilig, so daß ich mir meinen Miniball geschnappt und mit meiner Couch Fußball gespielt habe:

8 thoughts on “That was the week that was, part I // 27-04-2012

  1. Du bringst mich dazu um diese Uhrzeit vom Sofa zu springen *lach*
    Ich hab doch so ein Buch über die Physik hinter Star Trek, war mein erster Gedanke! Es ist von Lawrence M. Kraus und heiß “Die Physik von Star Trek”
    Ich muß da wieder mal reinlesen, diese Thematik finde ich auch enorm interessant:) Und so ein Vortrag wäre auch was für mich, vielleicht verirrt sich Dr. Zitt mal nach Wien:)

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    1. Ja, das Buch hat er auch erwähnt. Es war eins seiner Hauptnachschlagewerke, besonders wenn es um Entfernungen, Maße und Gewichte auf dem Schiff geht. Und ich meine, daß mein Bruder das Ding auch noch irgendwo hat, allerdings noch in seinem “Kinderzimmer” bei unseren Eltern. Ich glaube, dafür würde ich dann sogar mal wieder dahin fahren😉

      Und was Dr. Zitt und Wien betrifft, so wirst du leider direkt keinen Erfolg haben, zumindest was dieses Jahr betrifft. Aber am 20. Dezember findet die alljährliche Weinachtsvorlesung statt, die es auch über Livestream geben soll. Im letzten Jahr war der allerdings überlastet, so daß er ausgefallen ist, aber auf der Internetseite gelobt das Team Besserung, so daß ich das in diesem Jahr definitiv versuchen werde.

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        1. Ich hatte da schon mal vor kurzem nach einem anderen Buch gesucht und dabei eine Packung Kinder-Country gefunden, in der noch zwei Stücke waren… von anno 2006!!😀

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