From now on I will have English summaries together with my German written articles just to give my English speaking readers the opportunity to know what the hell I’m talking about. So in this article I’m writing about my experiences at my new job. It isn’t a paid job. I just do it for fun until I get a real job. So my working place is the university library in Dresden and I’m currently doing some guide toures there. At the moment as the new semester just started it’s for shoats. If you like you can head over to the SLUB homepage to see what we have to offer.

Wenn ich nun am Samstag so zurückschaue auf meine drei Führungen in der vergangenen Woche, fällt mir ein Punkt ganz besonders auf: Ich habe noch immer diesen schnellen Universitätsgang an mir, ohne den man an der TU Dresden nicht sehr weit kommt. Denn immerhin sind die Pausen zwischen den Doppelstunden (DS) lediglich zwanzig Minuten lang; der Campus allerdings ist flächenmäßig größer als an normalen Volluniversitäten, die bereits als solche geplant waren. Wenn man also Glück hat, muß man von einer DS zur anderen nur vom Gerber-Bau zum Hörsaalzentrum (HSZ) oder vom Trefftz-Bau in den Willers-Bau. Wenn man nicht ganz so viel Glück hat, dann muß man jedoch das seltene Kunststück zuwege bringen, sich in eben diesen zwanzig Minuten aus der August-Bebel-Straße in den Georg-Schumann-Bau zu kämpfen. Da nimmt man dann besser gleich das Fahrrad, während man an eine Essenszufuhr zwischendurch allerdings nicht einmal denken sollte. Das alles ist also gar kein Vergleich zur Ruhr-Universität in Bochum zum Beispiel, wo ich den Luxus hatte, mich nur in einem einzigen Gebäude verlaufen zu dürfen.

Auf jeden Fall hätte ich meine Erstsemestler durch die Bank weg alle nicht zu fragen brauchen, ob sie tatsächlich Erstsemestler sind, denn an ihrem noch gemütlichen Schlendergang hätte ich sie überall als solche erkannt. Daß sie sich einen schnelleren Gang relativ schnell werden antrainiert haben — meist ohne es selbst zu bemerken — wird sich recht bald einstellen. Da bin ich doch recht zuversichtlich. Spätestens dann, wenn sie der erste Professor in der Vorlesung vor versammelter Kommilitonenschaft ihrer zu späten Anwesenheit wegen verbal zusammengefaltet haben wird, werden sie mindestens ein paar Stundenkilometer zulegen. Oder sich ein Rad anschaffen, statt dem stets vollbesetzten Bus der Linie 61 zu vertrauen. Oder auch beides.

Während dieser drei Führungen nun (in der vorvergangenen Woche hatte ich bereits eine weitere absolviert, so daß ich nun insgesamt vier Erstsemesterführungen abgehalten habe) konnte ich den für mich idealen Weg durch die Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) finden. Einen kleinen Einblick kann man hier bekommen, wenn man sich vom HSZ zunächst zum Gerber-Bau, dann zum Trefftz-Bau und schließlich zur SLUB vorkämpft. Um den Weg nachzuvollziehen, sei ein Blick auf diesen Ebenenplan empfohlen.

Los geht es dabei immer im Foyer oder Haupteingang der 0-Ebene, wo ich zunächst gerne auf die Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme hinweise (eben der knappen Zeitfenster zwischen den Seminaren wegen). Die SLUB selbst hat ein mageres Essensangebot, dafür gibt es eine Mensa mit für Universitäten ungewöhnlich ausgefallener und variationsreicher Küche im Gebäude direkt gegenüber der SLUB.

Im Innenbereich gibt es nun schon seit geraumer Zeit Arbeitstische, die von Studenten auch gut frequentiert werden. Als ich anno 2000 angefangen habe in Dresden zu studieren, gab es die SLUB noch nicht. Feierlich eröffnet wurde sie erst zwei Jahre später, und da standen auf diesem Platz noch eine Unmenge Zettelkataloge. Und immer, wenn ich heute danach frage, ob die Studenten wissen, was es damit auf sich hatte, sehe ich nur in fragende Gesichter. Daß man früher keinen OPAC hatte, also eine Suchmaske im Computer, in die man einfach ein paar Begriffe eingibt, worauf man in Sekundenschnelle den Standort des gesuchten Buches erfährt, muß man dieser Studentengeneration erst mal klar machen, damit ihnen bewußt wird, wie gut sie es eigentlich haben, wenn sie sich nicht mehr durch irgendwelche Kästen mit alten, müffelnden Zetteln wühlen müssen.

Und mit diesen guten Nachrichten kann ich sie prima auf die nun stets folgenden Verbote, Regeln und Gebühren hinweisen. Dazu gehen wir in einen der größeren Gruppenräume, die für bis zu zwanzig Personen angelegt sind. Entsprechend ist auch die Personenzahl der Führungen auf zwanzig beschränkt.

Was nun folgt, ist ein kleiner Parforceritt durch den Internetauftritt der SLUB, wobei die Spalten Service und Recherche nachvollziehbar im Fokus stehen. Für besondere Heiterkeit sorgt dabei stets meine Anmoderation der Gebühren, die in erster Linie dann anfallen, wenn man Monographien oder andere Medien nicht fristgerecht zurückgibt bzw. vorlegt. Denn normalerweise kennt man das Gebührensystem so, daß pro versäumter Woche pro Medium ein Euro Gebühr anfällt. Dieses System würde einer Universitätsbibliothek jedoch in keiner Weise gerecht werden, weshalb man das System auf Universitätsniveau angehoben hätte. Ein Blick hier genügt wohl, um zu verstehen, was ich meine. Das ist dann auch immer der Zeitpunkt, an dem ich frage, ob Mathematiker anwesend sind.

Anschließend geht es dann weiter zur Suche nach drei Medienkategorien: einer physisch in der SLUB verfügbaren Monographie, einer als e-Book verfügbaren Monographie und einer Zeitschrift. Alle Standorte kann man sich dabei mittels QR-Code auf sein Smartphone laden oder sich diesen auch nur im 3D-Modell anzeigen lassen. Und leider wird dabei zu jedem Medieneintrag auf zumeist mehrere Schlagworte bei Wikipedia verwiesen, was ich entsprechend mit zynischen Bemerkungen abstrafe, um den Erstsemestlern jede Lust daran zu nehmen, dieses Medium je für ihr Studium zu benutzen. Wahrscheinlich habe ich damit wenig Erfolg, aber ich habe es zumindest versucht. Überhaupt ist die SLUB mit den neuen Medien mittlerweile beinahe allumfassend vernetzt: man kann sich die SLUB-App aufs eigene Mobiltelephon laden, kann der SLUB bei Twitter folgen, sich Videos bei YouTube anschauen und kann sich über den hauseigenen Blog über Neuheiten informieren sowie mit Kommentaren zu den einzelnen Einträgen auf Mißstände hinweisen oder auch gut Funktionierendes lobenswert erwähnen.

Alle zuvor nur am Computer gesuchte Medien suchen wir anschließend direkt am Regal, wobei es zunächst zu Regal AK geht, was sich noch in der 0-Ebene befindet. Im Anschluß daran geht es über die mittlere Treppe nach unten in die -1-Ebene (von Ziffer 2 zu Ziffer 5). Von dort aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Copyshop der Firma Acribit, wo idealerweise gleich noch ein paar Mikrofichelesegeräte herumstehen, wo ich immer gerne erwähne, daß mir deren Benutzung mindestens ein Dioptrin Augenschwäche eingehandelt hat.

Die vorletzte Etappe ist die Zeitschriftenabteilung, zu der man gelangt, wenn man an der gut ausgestatteten Musikabteilung vorbeigeht (sie hat mich schon auf die ein oder andere CD aus der guten alten Zeit der 70er Jahre aufmerksam gemacht!). Und nach einem kleinen Seitenhieb auf die Bildzeitung, die in der SLUB tatsächlich auch zu finden ist, wobei mir der Grund dafür nie wirklich einfallen will, zeige ich meinen Erstsemestlern schließlich noch die sogenannten Sondersammlungen, ein kleiner Raum, in dem man ältere Bücher, die vor 1850 erschienen sind, sowie sperrige, also besonders unhandliche Medien einsehen und lesen kann. Von dort geht es über die Treppe im Innenraum wieder nach oben in die 0-Ebene (von Ziffer 4 zu Ziffer 14), wo nach ein paar weiteren, wenigen Schritten die Führung schließlich bei den Ausleihautomaten endet.

Zum Schluß sei noch erwähnt, daß das kleine Bild oben meine ganz persönliche Aufbewahrungsbox in der SLUB zeigt. Wie in jeder Bibliothek muß man seine Jacke und Tasche auch hier einschließen, bevor man die Innenräume betreten darf. Und mein Weg führt mich zunächst stets zu der Box mit der Nummer 622, in erster Linie der Zahl wegen, andererseits ist die Lage aber auch besonders günstig. Wenn ich also in der SLUB bin und meine Box Nummer 622 bekomme, gehe ich gleich noch positiver an das jeweilige Werk, das ich denn bei jeweiligem Besuch zu erledigen habe.

PS. Noch eine kleine statistische Spielerei als letzten Schluß: in meinen bisherigen vier Erstsemestergruppen habe ich insgesamt 76 Studenten durch die Gänge der SLUB geführt, von denen gerade einmal 15 (also etwa 20%) männlich waren, während 6 der Studentinnen (also etwa 10%) auf den Vornamen Julia hörten.

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3 thoughts on “Führungen in der SLUB: zwischen Bildzeitung-Verunglimpfung und Wikipedia-Terror

  1. Die FAU in Erlangen ist so ein Mittelding zwischen weitläufiger Uni und alles beieinander Uni. Ganz miese Planung, obwohl Erlangen nun nicht wirklich groß ist. Das ergab sich wohl aus der steigenden Anzahl an Studenten im Laufe der Jahre. Begonnen hatte ursprünglich alles in Altdorf (kleines Ministädtchen in der Nähe von Nürnberg). Wurde zu klein, also alles nach Erlangen verlegt. Da dann in kleine Gebäude. Als die Studentenzahl zunahm, hat man eben weitere Gebäude irgendwo, wo Platz war, in die Stadt gepflanzt. Alles ganz zerstückelt, aber da Erlangen klein ist, waren die Wege noch zu Fuß machbar. Doch irgendwann kamen auch Bereiche hinzu, die früher nicht zum Standard gehörten (Asienwissenschaften beispielsweise). Die sind in kleine, hässliche Bauten gestopft wurden, mit Null Komma Nichts an Charm. Praktikabel lediglich. Und teilweise so weit weg vom Schuss, daß man schon das Gefühl hat, man wäre gar nicht mehr in Erlangen oder in einer Unistadt. Mir ging es während meines Germanistikstudiums so. Mitten im Wohngebiet ein Gebäude wie eine Sparkassengebäude oder sowas. IKEA-Einrichtung und fernab von Copyshops, Bibliotheken, Mensa und was man eben als Student so braucht. Mittelaltervorlesung fand dort statt. Passte eben aufgrund der steigenden Studentenzahlen nicht mehr in die ursprünglichen Räumlichkeiten der sprachwissenschaftlichen Fakultät. Ich hab es gehasst. Das waren dann auch die Vorlesungen, die ich am meisten geschwänzt habe. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dieses Gebäude und diese Lage haben dazu geführt, daß ich das ich Germanistik habe sein lassen lol

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    1. Okay, nach der Beschreibung bin ich nun fast froh, hier studiert zu haben, auch wenn ich zwei Germanistik-Veranstaltungen im Ex-Knast und viele Geschichts-Veranstaltungen im Ex-NVA-Lernzentrum zubringen durfte 😉

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      1. Ich kann das jetzt natürlich nur nach meinem Empfinden beurteilen. Allerdings gab es zu deiner Garmanistik-Zeit dieses Gebäude noch nicht. War so frisch, daß man das noch riechen konnte. Erlangen an sich ist in meinen Augen keine schöne Uni-Stadt. Einzig der ursprüngliche Teil, der sich mehr oder weniger über eine Straße erstreckt (sinnigerweise dann auch Universitätsstraße genannt), hat ein wenig Charm, wohl auch durch den gleich daneben liegenden Schlosspark. Allerdings sind dort mehr oder weniger nur die Medizinier auf die kleinen Häuschen verteilt. Und das Kollegienhaus (wo die meisten Vorlesungen stattfinden in klassischen Hörsälen). Auch die hauptbib ist dort und die ganze Straße endet in einer niedlichen Kreisverkehrinsel. Die Straße ist gut vom Bahnhof aus zu erreichen, beginnt eigentlich fast dort. Studentenkanzelei ist ebenfalls da angesiedelt. Doch alles darüber hinaus ist architekonischer Mist. Entweder Betonklötze, die jedem Plattenbau der DDR das Wasser reichen können oder aus moderne Materialien wie Stahl und Glas, was Inovation zeigen soll, aber ein Verbrechen am menschlichen Auge darstellt (und reden wir erst gar nicht von den Innenbedingungen im Sommer bei 30° im Schatten.
        Hinzu kommt auch, daß ich die FAU auch nicht wirklich für eine gute Uni halte. So sehr wird der Fokus auf die geldeinbringenden Wissenschaften gesetzt. und man merkt es ja auch an Kleinigkeiten, beispielsweise wie mit den 500 Euro Studiengebühren umgegangen wird. Ich konnte zumindest wenig sehen, daß das an die Studenten (zumal denen in den Geisteswissenschaften) in irgendeiner Form weitergegeben wurde. Und lediglich die Theologische Faktultät (wo ich ja Kulturgeschichte des Christentums studiert habe) sah sich in der Lage, kostenlos Kopierkarten zur Verfügung zu stellen, die man sich im Büro ausleihen konnte. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch alles.

        Oh, und was mir noch einfällt, weil du diese ganzen Social network-Möglichkeiten allein von der SLUB erwähnst: Ich hasse das!!! Allein in den ersten vier Wochen meines Studiums hatte ich so viele Internetseiten zusammengetragen, daß ich praktisch rund im die Uhr nur damit beschäftigt hätte sein können, mich auf dem neuesten Stand zu halten. Da gibt es eine Uni-Seite, dann Extraseiten für die Fakultäten, Seiten zur Einsicht über Prüfungsergebnisse, E-Mail-Adresse von Hinz und Kunz, Lernplattformen für Studenten/Dozenten und Studenten/Studenten. Angebote des Studentenwerkes wieder auf einer anderen Seite, private Seiten der Dozenten, wo die ihre Transkripte oder andere Dateien zum Download bereitstellen, weil sie es nicht püber die offizielle Seite tun wollen oder können. Dann Seite von Studentenkanzlei und was weiß ich noch alles. Streckenweise mit speziellen Passwörtern und ähnlichem Schnick-Schnack. Nichts gegen interaktiven Austausch, aber das ist einfach nur ganz übel und viel zu viel. 20 Wege um mit einem Dozenten in Kontakt zu treten. Hier für Vorlesungen und Seminare mit Passwort und Nutzernamen anmelden, dort aber etwaige Prüfungstermine nachlesen. Prüfungsergebnisse dann wieder woanders, Unterlagen für dieses Seminar wiederum ganz woanders. Sorry, ich bin nun wirklich kein Internet-Idiot, aber muss sowas sein? Muss mittlerweile selbst die kleine Toilette in Gebäude XY am hinteren Gang, 3. Stock einen eigenen Twitter-Account, facebook-Seite und Homepage haben, für die ich jeweils unterschiedliche Passwörter brauche um herauszufinden, ob neues Klopapier organisiert wurde?

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