Dresden, Germany

It’s now almost four months that these pictures and the trip were made. It was infact my bithday when I had the opportunity to visit several museums in Dresden for free. If you like to see which museums you may choose from have a look here for some information, too. Here I give a slight insight into my experience to do this museum hopping tour from 10am to 6pm. It was quite stressful but a great experience and last but not least a nice birthday present from the city I live in. The whole set of photographs you can watch here in a slideshow.

Dresden, Germany

Die meisten Menschen genießen ihren Geburtstag nicht wirklich. Meistens hat man Freunde oder noch schlimmer: Familie eingeladen, muß Lebensmittel kaufen, die unter normalen Umständen für mindestens eine Woche ausreichen würden, und wenn dann halbwegs alles vorbereitet ist und die Gäste da sind, ist man immer noch nur am Umherrennen, weil man den inneren Drang verspürt, jeden noch so geringen Wunsch zu erahnen und stehenden Fußes zu erfüllen. So ist es normalerweise und nie schön, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist. Allerdings gibt es Alternativprogramme, von denen ich eines getestet, für gut befunden und deshalb hier vorstellen möchte.

Daß Twitter nicht nur ein ‘soziales’ Netzwerk ist, mit dem man prima über Prominente (oder solche, die sich dafür halten) lästern oder Gerüchte zum Erblühen bringen kann, habe ich kurze Zeit vor meinem Geburtstag positiv erfahren, als die Kunstsammlungen Dresden über einen Tweet mitteilen ließen, daß ihre Museen am eigenen Geburtstag kostenfrei zu besuchen seien. Ein Geburtstag völlig streßfrei und noch dazu die Möglichkeit, ein paar Museen, in denen ich noch nicht war, kennenzulernen? Das gefiel mir und versprach eine Menge Spaß.

Dresden, Germany

Den Geburtstag selbst sollte man sich frei nehmen, die Eintrittskarte ist der eigene Personalausweis, und das Datum des eigenen Geburtstages sollte natürlich mit dem Datum des Besuchstages zusammenfallen. Und man sollte wissen, daß die im Angebot inbegriffenen Museen von 10-18 Uhr geöffnet haben. Auch sollte man sich im Vorfeld darüber informieren, welche Museen eventuell wegen Umbau oder Ausstellungswechsel geschlossen sind und sich dann eine Route überlegen, denn um es vorweg zu nehmen: wenn man erstmal in einem Museum ist, vergeht die Zeit unheimlich schnell. Eine Stunde pro Museum, wie ich es zuvor veranschlagt hatte, ist kaum zu realisieren, wenn man nicht wirklich hart zu den Museen und zu sich selbst ist.

Meine Tour begann Punkt 10 Uhr vor dem Albertinum. Es war ein sonniger Tag im August wie immer an meinem Geburtstag, und mein erstes Ziel hieß Gemäldegalerie Neue Meister. Wer die Sammlung moderner Kunstwerke bereits kennt, wird mir beipflichten, daß eine Stunde für die großartige und räumlich äußerst großzügige Sammlung äußerst eng bemessen ist. Mehr als einen Streifzug durch die einzelnen Abteilungen kann man sich nicht leisten, wenn man das Geburtstagsangebot wirklich ausnutzen will; für einen ausführlichen Rundgang sollte man sich also tatsächlich einen vollen Tag Zeit nehmen.

Mein Rundgang begann im zweiten Obergeschoß, wo man unter anderem Gemälde von Caspar David Friedrich, Gerhard Richter, Otto Dix und die Brücke sehen kann. Daneben gab es die Sonderausstellung geteilt | ungeteilt. Kunst in Deutschland 1945 bis 2010, in der es vor allem um die deutschen Themen Nachkriegsdeutschland, Teilung und sozialistischen Realismus ging. Einen starken Erinnerungseffekt an meine Schulzeit hat dabei das Bild Peter im Tierpark von Harald Hakenbeck (1960) hervorgerufen.

Das erste Obergeschoß ist ein wenig großzügiger geschnitten, gibt es hier doch nur drei große Säle, den Klingersaal, den Mosaiksaal und die Halle mit der Kunst der Gegenwart. Letzteres ist nicht wirklich mein Fall, weshalb ich etwas mehr Zeit dem großartigen Mosaiksaal und selbstverständlich dem Schaudepot Antike gewidmet habe, in dem die assyrischen Reliefs aus dem Palast Assurnasirpals II. in Nimrud (nahe Mossul im heutigen Nordirak gelegen) zu bewundern sind.

Dresden, Germany

Ein wenig Zeit kann man anschließend in der Skulpturensammlung im Erdgeschoß des Albertinums herausholen, so daß ich im Anschluß etwa gegen Mittag auf dem Hausmannsturm stehen und einen grandiosen Überblick über Dresden genießen konnte. Davor hatte ich noch die Gelegenheit, mir die Sonderausstellung des Münzkabinetts “Statthalter, Rebellen, Könige” zu den Münzen der Arsakiden, Parther und Sasaniden anzusehen. Der Ausstellungskatalog dazu hat wenig später im Besucherzentrum des Residenzschlosses selbstverständlich den Weg in meinen Rucksack gefunden.

Dresden, Germany

Dresden, Germany

Zuvor habe ich mir allerdings noch alles angesehen, was es im Residenzschloß an Ausstellungen so gibt. Da wäre zunächst das Neue Grüne Gewölbe mit seinen zumeist äußerst skurrilen Ausstellungsstücken, viele aus Porzellan mit Edelsteinen, Gold und was sonst nicht noch alles verziert. Wenn man durch diese Räume geht, fragt man sich nicht mehr, was die sächsischen Könige mit ihrem Geld angestellt haben.

Ein sehr lohnendes Ziel ist auch die Türckische Cammer mit riesigen Herrscherzelten, lebensgroßen Holzpferden und prunkvollen Ausstellungsstücken. Zudem gibt es eine informative Medienbegleitung ein wenig versteckt im mittleren äußeren Bereich der in schummriges Licht getauchten Ausstellungen. Wenig Zeit verschlingen anschließend die Fürstengalerie sowie das Kupferstich-Kabinett, jedenfalls für mich. Andere Besucher mögen das vielleicht ganz anders sehen.

Beinahe wie in einem Hochsicherheitstrakt fühlt man sich wenig später im Historischen Grünen Gewölbe, in das man nur durch eine Sicherheitstür gelangen kann. Die im Zweiten Weltkrieg sehr stark zerstörten prunkvollen Zimmer sind mittlerweile originalgetrau wiederhergestellt und zeugen ebenfalls von der Pracht der sächsischen Könige. Allerdings fand ich das alles dort ein wenig überladen, zu voll gestellt, so daß man nicht wußte, wohin man seinen Blick eigentlich zuerst wenden soll. Dazu die vielen anderen Besucher hinterließen bei mir das Gefühl, daß ich dort so schnell nicht wieder hin muß.

Dresden, Germany

Nach all den Ausstellungen — vor allem aber nach der Touristenschubserei im Historischen Grünen Gewölbe — brauchte ich im Anschluß ein wenig großzügige Freiheit, die ich auf der Terrasse des Zwingers gesucht und gefunden habe. Dort habe ich mich wieder — wie auf dem Hausmannsturm — ein wenig mit Photographieren entspannt. Hier nur ein Beispiel:

Dresden, Germany

Als ich mich danach zu meiner letzten Station, der Galerie Alte Meister aufmachte, hatte ich nur noch etwas mehr als eine halbe Stunde zur Verfügung. Allerdings hatte ich diese eindrucksvolle Sammlung bereits gesehen, inspiriert nicht zuletzt durch meinen früheren Besuch der Alten Meister im Kunsthistorischen Museum zu Wien (wobei Gottfried Semper hier eine nicht unwesentliche Verbindung darstellt), so daß ich im wesentlichen an der neuen Ausstellung 500 Jahre Sixtinische Madonna interessiert war (wenn schon am Tag meines Besuches der Mathematisch-Physikalische Salon sowie die Porzellansammlung geschlossen waren). Und so konnte ich nicht nur die Madonna in neuem Gewand / Rahmen bewundern, sondern zudem die Entstehungs- sowie die zuweilen etwas skurrile Rezeptionsgeschichte.

Als Fazit bleibt mir nun noch zu sagen, daß ich meinen Geburtstag 2012 wirklich genossen habe. Ich war, als ich wieder zu Hause war, zwar ein wenig fußlahm, doch an vielen Eindrücken reicher und werde nun sicher das ein oder andere Museum künftig noch einmal, dafür aber etwas eingehender in Augenschein nehmen. Und im kommenden Jahr folgt dann sicher wieder so ein Rundgang, diesmal dann ohne das Historische Grüne Gewölbe, aber mit anderen Sonderausstellungen und dem Mathematisch-Physikalischen Salon.

Dresden, Germany

4 thoughts on “Geburtstagsmuseumsmarathon: eine illustrierte Nachlese

  1. Interessanter Eintrag, aber ich hoffe, du siehst mir nach, daß vor allem eines von mir kommentiert wird: Als ich bei dem Abschnitt über die Türckische Cammer angekommen war, musste ich kurz lächeln (okay, war schon mehr ein Lachen, aber nur ein sehr kurzes), als ich “riesischen Herrscherzelten” gelesen habe, weil ich dachte “Sieh an, das sächsische hat doch seine Spuren hinterlassen. Statt riesig ist es eben riesisch”. Das war so ein kurzer “LUMBIII”-Moment lol

    Sorry, für den völlig nutz- und sinnlosen Kommentar!

    Bilder übrigens durchaus gelungen, auch wenn du irgendwo den Verdacht erwähnt hattest, daß sie eventuell tot-editiert worden sind.

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    1. Dachte, ich hätte alle Schreibfehler erwischt, also danke für den Hinweis, auch wenn dir der etwas sinnlos vorkommen sollte. Stilistisch ist das natürlich nicht ganz so geschliffen, aber nach dem Editieren und Sichten von Material (sowohl auf Papier als auch im Netz), konnte ich dann kaum noch geradeaus schauen, wollte das aber endlich mal beenden und bin auch halbwegs zufrieden damit.

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        1. Stehender Begriff? Nö, nicht, daß ich wüßte, habe mich also in der Tat verschrieben. Aber ich weiß ja auch bis heute nicht, was das angeblich am häufigsten gebrauchte sächsische Wort “eiverbibbsch” bedeuten soll. Ich bin da also kein Maßstab😉

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