Star Trek Into Darkness

As ‘Star Trek: Into Darkness’ was my first movie I watched in 3D (yes, I know, THAT late…) and my first movie from the ‘new’ Star Trek crew I thought I could write a review about it. And here it is: quite fresh because I was in cinema for it only yesterday and my thoughts on it might go a bit mussy because I’m still split when it comes to my liking of it: I like Zachary Quinto as Spock but I don’t like Chris Pine as Kirk, I really like Simon Pegg as Scotty and Karl Urban as Bones but I really don’t like the overflowing action, I love Benedict Cumberbatch as Khan… pardon… John Harrison but not at all like the story (kind of). Some reminiscences to the old series are good but some others to the present time are a bit too much. So on a scale from 1 (terrible) to 10 (brilliant) I’d hand it a 7 (but just because it was my first 3D movie and when you do things first time it’s always better than it is actually). I have watched ‘Star Trek: Into Darkness’ in the original English version but will write the extended review in German – just because I can.

Zunächst muß ich kurz anmerken, daß ich sehr froh bin, den Film im englischen Original gesehen zu haben, auch wenn ich so nur etwa drei Viertel gesprochenen Text verstanden habe. Chris Pine habe ich beinahe gar nicht verstanden (Amerikaner), dafür aber Zachary Quinto (zwar auch Amerikaner, aber homosexuell, und vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber Schwule haben irgendwie eine deutlichere Aussprache, auch wenn sie Amerikaner sind) und sogar den extremen schottischen Akzent von Simon Pegg habe ich gut verstanden (danke, Stephen McManus!) und wer Benedict Cumberbatch nicht versteht, kann bisher kein einziges Wort English gelernt haben. Letzterer ist es vor allem, dessentwegen ich froh bin, den Film im Original gesehen zu haben und nun auch nicht erpicht bin, ihn in der deutschen Synchronfassung zu sehen: ich hatte ja keine Ahnung, welche Stimme der Mann mit sich herumträgt! Denn ‘Sherlock’ war mir bisher völlig entgangen und selbst wenn ich es gesehen hätte, so zeigt das deutsche Fernsehen ohnehin nur wieder die synchronisierte Version. Welch Verschwendung und Verstümmelung des Originals! Es gibt eine kleine Szene in dem Film, in der John Harrison alias Khan alias Cumberbatch Captain Kirk auffordert, die Schilde zu senken, und wie er da sagt “Lower the shields!”, hat mich das doch sehr an das “Give me the code.” von Alan Rickman als Hans Gruber in Die Hard erinnert. Ich weiß nicht, ob das intendiert war, aber Cumberbatch und Rickman sprechen diese Zeile in ähnlichem Tonfall, Stimmlage, Rhythmus und Gesichtsausdruck, daß keine aufwühlende Musik oder technischen Effekte die Stimmung in diesem Moment besser zum Ausdruck bringen könnten. Ja, ich möchte sogar so weit gehen, daß ich mir nur dieses kleinen Moments wegen den Film noch einmal im Kino ansehen würde, ganz zu schweigen davon, mir die DVD zuzulegen, wenn sie in ein paar Wochen zu erwerben ist. Tatsächlich war ich völlig überrascht von Cumberbatchs Stimme, weil ich ihm diese Tonlage und die Intensität nicht zugetraut hätte, vielleicht weil sie so gar nicht zu seinem jungenhaften Aussehen paßt. Umso faszinierender erscheinen dann seine Charaktere, die er verkörpert, eben weil diese beiden Gegensätze in seiner Person zusammenkommen.

Und da ich gerade bei Stimmen bin, so gebührt das zweite große Lob Simon Pegg, der für einen Engländer einen ausgesprochen guten schottischen Akzent spricht, nicht völlig unverständlich, mehr ein Schulschottischenglisch, wenn man so will, aber doch so, daß klar wird, wer eigentlich Scotty sein soll. Doch auch ohne Akzent wäre das einigermaßen eindeutig, wenn man einmal davon absieht, daß er selbstverständlich auch als ‘Scotty’ angesprochen wird, so gibt er sich doch alle Mühe, den hektischen Bewegungen und dem Witz und Charme des Originals von James Doohan nahe zu kommen – so wie im übrigen auch die anderen Charaktere der Original-Star Trek-Besetzung nicht nur von Namen und Aussehen her nachempfunden sind. Während des Films kam mir die Vorstellung in den Sinn, daß Regisseur J.J. Abrams seinen Cast sämtliche Folgen der Originalserie hat sehen lassen und zwar mehrmals, um Laufstile, typische Posen, sogar Augenbrauenbewegungen ihrer Vorgänger verinnerlichen zu können. Es wurde jedenfalls klar, daß die Figuren dem Original so nahe wie möglich kommen sollten, wobei der Film aber nicht einfach nur eine moderne Kopie ist. Die modernen Schauspieler bringen ihren ganz individuellen Charakter schon auch mit ein, doch Shatner, Nimoy, Doohan, Kelley & Co. spürt man einfach bei jeder Einstellung – eine schöne Reminiszenz und auch Verbeugung vor der Originalbesetzung.

Allerdings ist es dann genau diese Nähe, die sich beim Antagonisten Khan nicht mehr finden läßt. Da wächst Benedict Cumberbatch klar über Ricardo Montalbán hinaus. Während dessen Khan seine Überlegenheit zu stark heraushängen läßt, bleibt Cumberbatch länger tief- und hintergründig. Obwohl ich natürlich als langjähriger Star Trek-Fan mit Khan und seiner Geschichte vertraut bin, kam ich nicht auf die Idee, daß es sich bei John Harrison um ihn handeln könnte, bis dieser sich selbst offenbart. Danach folgen weitere Reminiszenzen an die Original-Crew und vor allem The Next Generation, allerdings immer ein wenig anders, etwa als Kirk stirbt, nachdem er die Enterprise und die Erde gerettet hat, so erinnert das an die Schlußszene von Wrath of Khan, als es Spock war, der die Enterprise rettete. In beiden Szenen trennen Kirk und Spock eine Glasscheibe, legen sie die Hände aufeinander und nehmen so Abschied voneinander. In ST: Into Darkness wird Kirk allerdings gerettet – ausgerechnet durch Khans übermenschliches Blut, das zuvor positiv an einem Tribble getestet wurde, bei dessen erstem Erscheinen ich mich irritiert fragte, wo dieses Pelztier denn plötzlich hergekommen ist (ob Uhura da wieder ihre Hände im Spiel hatte?). Den obligatorischen KHAAAN!-Schrei darf denn hier auch Spock von sich geben. Oder die Szene, als Khan gemeinsam mit Kirk in Raumanzügen von der Enterprise zum Raumschiff Vengeance von Admiral Alexander Marcus geschossen wird, um den wahnsinnig gewordenen Admiral daran zu hindern, die Enterprise samt Khan zu zerstören, so wird man an Star Trek: Nemesis erinnert, als Data zur Scimitar fliegt, um diese mit Shinzon zu zerstören.

Zum Schluß hin wird es für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu heftig, als Khan mit der Vengeance in San Francisco hineinfliegt und dort ein paar Gebäude dem Erdboden gleich macht. Die Parallelen hier, vor allem die entsetzten und panischen Menschen, wie sie versuchen, vor dem Raumschiff zu fliehen, sind klar dem 11. September 2001 zuzurechnen, als die beiden Flugzeuge ins World Trade Centre von New York gesteuert wurden. Wie die Islamisten ist auch Khan ein Terrorist, der einfach nur zerstören will und scheinbar kaum andere Motive kennt, auch wenn er in ST: Into Darkness seine eingefrorene Crew von 72 Mann wieder lebendig um sich haben will. Als ihm das versagt wird, hat er nur noch Rache und Zerstörung im Kopf, und das einzige Lebensziel des Admirals scheint nurmehr noch zu sein, Khan zu töten, weshalb er nicht einmal davor zurückschrecken würde, die Crew der Enterprise samt unschuldiger Besatzung zu töten. Irgendwie hat das auch ein bißchen was von George W. Bush gegen Saddam Hussein und den Irak.

Als in der Schlußszene des Films alle Hauptcharaktere nochmal in ihrer der Nazi-Uniform nicht unähnlichen Kleidung dem im ersten Überfall ermordeten Admiral Christopher Pike gedenken, schweiften meine Gedanken nochmals zurück zur Eingangsszene, als die Crew der Enterprise eine vormoderne Bevölkerung gerettet hat, indem sie den Vulkan ihres Planeten erkalten ließ. Die oberste Direktive der Sternenflotte besagt ja, daß man sich nicht in die Belange von anderen Kulturen einmischen soll und wenn, dann unbemerkt von der jeweiligen Bevölkerung. Nun waren diese Wilden ganz offensichtlich ein wenig zu neugierig, außerdem hat der Vulkan nicht ganz so reagiert wie er sollte, weshalb die Eingeborenen die Enterprise in voller Schönheit gesehen haben. Einer der Wilden hat anschließend deren Umrisse in den Sand gezeichnet, und bei diesem Bild haben wir die Wilden dann verlassen, um zur nächsten Einstellung des Films geführt zu werden. Nun war das für den Fortlauf der Geschichte nicht wichtig, und doch frage ich mich, was nun mit dieser Bevölkerung geschieht: wird die Enterprise zu ihrem neuen Gott? Kehrt die Erdbevölkerung vielleicht noch einmal zu diesem Planeten zurück, um diese neue Religion im Keim zu ersticken? Ich will da nicht allzuviel hineininterpretieren, aber irgendwie scheint mir das typisch zu sein: Wir brauchen Wilde, vormoderne Gesellschaften zu Experimenten, wollen vielleicht in guter Absicht helfen, doch wenn etwas schief geht oder wir meinen, daß wir sie in die richtige – unsere – Richtung geschubst haben, dann überlassen wir sie wieder sich selbst, auf daß es für sie schlimmer wird als es geworden wäre, wenn wir sie in Frieden gelassen hätten.

Das soll aber nicht mein Schlußwort sein: Wie oben schon gesagt gebe ich dem Film auf einer Skala von 1 bis 10 eine 7, obwohl das in der Hauptsache an dem für mich neuen 3D-Effekt und an den in der Hauptsache glänzenden schauspielerischen Leistungen liegt. Für einen Star Trek-Film gab es schlicht zu viel Action und zu wenig tiefgründige Handlung und erinnerte damit mehr an Star Wars, bei dessen Filmen J.J. Abrams ja auch Regie geführt hat. Im Grunde eine Blasphemie, denn Star Trek und Star Wars kann man einfach nicht zusammenbringen.

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