Albrechtsburg, Meißen

Above you can see the goal of the day: the Albrechtsburg in Meißen, Germany. In my opinion it’s one of the most beautiful castles in Germany and as it’s nearby my home town I had to do a bicycle tour there and back. As it were around 70km at the end I was almost dead when back home and my bicycle is still dead. But these pictures I’ve taken during the trip were worth it plus two great restaurants we went in I can definitely recommend. The service there was lovely and friendly and the food and drinks quite tasty. I’ll describe into the more detailed text below. I’ll do that in German (as quite often) but you can recognize the restaurants’ name due to the links I’ll put them under. For a gallery without the text just click here.

Dresden, old city

Männertag auf dem Elberadweg – das ist ein echtes Ereignis, vor allem wenn man seinen Bruder auf dessen neuem Liegerad dabei hat. Die Bemerkungen und Zurufe teils angetrunkenen, zumeist männlichen, Fußvolks waren vielfältig aber nicht sehr einfallsreich. Sie reichten von “Oh, geil!” über “Ist das ein Liegerad?” bis hin zu “Na, da darf es aber nicht regnen!”. Ganz ehrlich: bei soviel Zerstreuung unterwegs fuhren sich die Kilometer bis nach Meißen beinahe wie von selbst. Nur zweimal sind wir auf dieser Strecke minimal vom Weg abgekommen (was allerdings mit zwei GPS-Geräten auch schon wieder eine Kunst ist), und zwar sind wir einmal – schon beinahe aus Dresden heraus – in einen alten Fabrikhof eingebogen, wo es nicht zurück zur Elbe ging, und dann noch einmal bei der Niederwarthaer Brücke, wo ich den Umweg dann zumindest dafür nutzte, ein paar stimmungsvolle Photos zu machen:

Niederwarthaer Brücke

Bis wir dorthin gekommen sind und es auch wieder schönes Wetter war, mußten wir uns allerdings noch eine gehörige Strecke Weges durch Dresden kämpfen, und als wir das geschafft hatten, trübte sich der Himmel immer mehr zu, bis es dann in Radebeul zu regnen anfing, bis meine Sachen komplett naß waren und ich mich genötigt sah, meine Regenjacke doch noch auszupacken und auch anzuziehen. Nun hatten wir im Wetterbericht noch am Morgen gesehen, daß dieser Schauer eigentlich nur kurzzeitig über uns hereinbrechen sollte, und als wir dann endlich etwas zum Unterstellen gefunden hatten, sahen wir, daß die Vorhersage stimmte: just als wir unsere Räder in einer Durchfahrt abgeschlossen hatten und wir die paar Schritte zur Nichtraucher-Pension Ott liefen, regnete es nicht mehr. Die Sonne zeigte sich nur Sekunden später.

Das veranlaßte uns jedoch nicht, sofort wieder aufs Rad zu steigen, sondern wir setzten unseren Weg in die Pension selbstverständlich fort. Tatsächlich sah der Gasthof zunächst wie ein normales Restaurant aus. Erst später stellten wir fest, daß es dort auch noch sieben Doppelzimmer und ein Familienzimmer gab. Für Fahrradtouristen oder Individualreisende wirklich ein Kleinod, denn obwohl wir dort lediglich etwas getrunken, Bruder einen kleinen Salat und ich das hausgemachte Erdbeersorbet genossen haben, war die Bedienung sehr freundlich und zuvorkommend. Besonders angetan hatte es mir zudem das außergewöhnliche Geschirr und die Zuckergefäße. Die Inneneinrichtung war gemütlich und parzellig eingeteilt, ohne daß die einzelnen Tische abgetrennt von allem anderen wirkten. Das ganze war im Landhausstil gehalten, aber dennoch mit einem Hauch von Moderne. Alles in allem ist das Haus uneingeschränkt zu empfehlen.

Mit Flüssigkeit versorgt ging es dann bei bestem Sonnenschein also weiter, und nachdem wir die Elbe nach der Niederwarthaer Brücke noch ein Stück verlassen mußten, trafen wir sie bald in aller Schönheit wieder:

Shores of the river Elbe
Shores of the river Elbe

Von hier bis kurz vor Meißen nahmen die Männerhorden sowohl an Menge als auch an Betrunkenheitsgrad zu. Doch auch das ein oder andere Frauengrüppchen präsentierte sich auf unserem Weg. Sie werden die Gunst des Tages einfach mal genutzt haben.

Schließlich erreichten wir nach knapp 40km die Innenstadt von Meißen, wo ich mir nun kurz vor der Altstadtbrücke meinen Lohn in Form einiger Bilder von der Albrechtsburg abholte. Mein Lieblingsbild sieht man oben bereits, eine Sammlung von 14 Versionen eines Bildes habe ich bereits in einem Preview verarbeitet, doch auch diese auf alte Postkarte stilisierte Photographie hat es mir angetan:

Albrechtsburg, Meißen

Und dann war es definitiv Zeit zum Essen, was wir in der Nähe der Burg tun wollten, um es danach nicht zu weit zu haben für eine kleine Besichtigungstour. Ebenso spontan wie zuvor in Radebeul steuerten wir zielstrebig auf die Fuchshöhl zu, ein indisches Restaurant, wie wir bereits am Eingang sahen, was sich dann im Inneren jedoch als wahrliches Kleinod entpuppte. Draußen, zur Straße hin, gab es eine kleine Veranda, die allerdings voll besetzt war, so daß wir im Inneren Platz nehmen wollten. Doch da es vom Wetter her noch immer ansprechend war, geleitete uns die Bedienung nach draußen resp. suggerierte, daß sich im Innenhof auf der anderen Seite des Hofes auch noch ein paar Tische befänden. Und dieser Innenhof öffnete uns sogleich die Augen dafür, weshalb ein indisches Restaurant ‘Fuchshöhl’ genannt wurde: oben offen mit hohen Wänden, kleinteilig eingerichtet mit Statuetten und vielen Pflanzen erinnerte das ganze in der Tat an einen Fuchsbau. Und erst, als wir unser Mittagsmahl beendet hatten, begann es wieder ein wenig zu tröpfeln, so daß es dort unter freiem Himmel lediglich etwas frisch war, ansonsten aber sehr angenehm.

Zu unseren äußerst leckeren indischen Speisen (mit einem interessanten, nur vom Umfang her etwas spärlichen Snack vor dem Hauptgang) hatten wir sogar noch musikalische Untermalung von der Straßenseite her: eine Blechbläserkapelle schmetterte voller Inbrunst und damit auch ein wenig schief zahlreiche Medleys von Udo Jürgens, Toto und den Village People in die engen Gassen Meißens. Anlaß war wohl ein Geburtstag, ob aus dem Haus selbst oder organisiert für einen Gast wurde nicht recht deutlich, und doch bespaßte die Truppe die gesamte nähere Umgebung. Und auch wir amüsierten uns. Ab und zu war es zwar auch ein klein wenig schmerzvoll, vor allem wenn wir die Musikstücke tatsächlich erkannten und dann wußten, wie die Notenabfolge tatsächlich war, doch das ganze war auch kurzweilig, so daß das Warten auf unser Essen spürbar schneller verging.

Unseren folgenden Besuch der Albrechtsburg unterschlage ich hiermit, weil dazu noch ein Extrakt folgt, gewissermaßen eine Midview, weil dieses Ereignis etwa auf dem Höhepunkt unserer Reise angesiedelt war. Anlaß des ganzen ist, daß ich von der Burg zu viele Bilder gemacht habe, als daß ich sie einfach nur kommentarlos bei Flickr unterstellen will. Ein paar Leckerbissen suche ich dann wieder aus und verwurste sie eben in einem Extraeintrag.

Meißen, birdview

Und nach dieser wunderschönen Sicht über die Dächer von Meißen haben wir uns wieder zu unseren Rädern begeben und auf den Rückweg gemacht, den ich definitiv mit dem Zug bestreiten wollte, weil ich einfach nicht mehr auf meinem Sattel sitzen konnte, mein Hintern also überall weh tat und auch meine Beine und Füße wechselseitig taub wurden, so daß wir immer mal wieder kleine Pausen einlegen mußten, damit ich vom Rad steigen und mir das taube Fleisch wieder aufwecken konnte. Diese Pausen nutzte ich zudem dazu, weitere Photos zu machen, so daß ich auch schöne Orte zum Verweilen aussuchte:

wine hills

Glücklicherweise regnete es am späten Nachmittag und Abend nicht mehr, allerdings brannte die Sonne nun recht heiß vom Himmel herunter. Einige andere Zeitgenossen – neben mir – mochten das augenscheinlich ebenso ungern, wie man beispielsweise an diesem Pony erkennen kann, das sich lieber im winzigen Schatten des Baumes herumdrückte und sich dort kein Stück wegbewegte, solange ich dort stand, um es zu betrachten und eben Photos zu machen:

little pony and a boat

Danach schwand meine Lust zusehends, weitere Photos zu machen, denn eigentlich wollte ich nur noch nach Hause, duschen, mich hinlegen und damit endlich meine Beine ausstrecken. Wir fuhren diesmal auf der anderen – also meiner – Elbseite zurück nach Dresden, und dort war der S-Bahnhof Niederwartha mein angestrebtes Ziel, endlich in einen Zug zu steigen, um dann nach Hause gefahren zu werden. Doch kurz davor siegte mein Ehrgeiz über Körper und Verstand, weshalb es auch noch zu letztem, folgendem Bild gekommen ist:

Stausee Niederwartha

Dabei handelt es sich um eine Überlaufschleuse des Stausees Niederwartha, die sich an dem Feldweg befindet, der uns weg vom Bahnhof und endlich nach Dresden hineinführte. Wenn man allerdings mit dem Fahrrad von Niederwartha aus auf der rechten Elbseite nach Dresden hereinfährt, wird einem erstmal klar, wie lang diese Vorortausläufer eigentlich sind und daß das auch nochmal etwa zehn Kilometer waren, bis wir uns annähernd im Stadtzentrum befanden, wo wir – mein Bruder und ich – uns schließlich getrennt haben. Worauf mir schließlich das passierte, was nicht hätte sein müssen: Ich fuhr durch große Glasscherben, von denen sich eine in meinen Vorderreifen bohrte und dieser augenblicklich all seine Luft verlor. Zu kaputt, um in Trübsinn zu verfallen, legte ich also die verbliebenen etwa 5km laufend und mein verstümmeltes Rad schiebend zurück. Nach knapp elf Stunden kam ich schließlich kurz vor 21 Uhr zu Hause an und hatte nicht einmal mehr die Kraft für eine Dusche. Die habe ich nach einem erholsamen Schlaf am nächsten Tag nachgeholt.

Mein Rad allerdings ist noch immer tot, muß von mir demnächst aber wiederbelebt werden, da ich so eine Tour gerne noch einmal machen würde – jetzt, da sämtlicher Muskelkater längst verflogen ist.

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4 thoughts on “The Cycling Tour: Dresden to Meißen and back

  1. Schöne Bilder, wirklich herrliche Burg. Wirkt als würde aus ihrer Mitte eine Kirche herauswachsen. Freu mich auf die Fortsetzung. Wird’s ein neuer Eintrag oder muss man hier immer mal wieder schauen?

    Funny! Nichtraucher-Pension! Als wenn man in anderen Pensionen rauchen dürfte. Oder muss man dort an der Rezeption ein Blutattest abegeben, in dem bestätigt wird, daß man auch tatsächlich nicht raucht, also nicht nur dort nicht? lol Hat was faschistoides wie Sitzbänke nur für Weiße und Geschäfte nur für Nicht-Juden.

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    1. Wird’s ein neuer Eintrag oder muss man hier immer mal wieder schauen?
      Ne, der Eintrag hier wird fortgesetzt, allerdings hatte ich vor, den heute noch zu beenden. Freu dich aber noch mal etwas mehr, denn es wird noch einen weiteren Eintrag geben und zwar noch einen Photoeintrag zum Interior der Albrechtsburg. Das sind nochmal so viele Photos geworden, die ich noch gar nicht sortiert, geschweige denn bearbeitet habe. Der neue Eintrag kommt dann sicher auch erst nach dem ‘Jahrhundertspiel’ 😉

      Und was die Nichtraucher-Pension angeht, würde ich nicht so weit gehen, da faschistoide Parallelen zu suchen. Was das Rauchen angeht, haben wir beide ja durchaus konträre Positionen und da nehme ich einfach mal an, daß die Eigentümer des Hauses Nichtraucher sind und einfach keinen Rauch in ihrem Haus haben wollen. Als Raucher riecht man das ja nicht mehr so sehr, aber mich stört es z.B. schon, wenn unter mir der alte Mann seinen Rauch hochbläst, wenn ich auf dem Balkon sitze und das ist draußen! Innen klammert sich der Rauch dann in Möbel, Gardinen und Teppiche und geht lange nicht mehr raus. Also macht man eben schon im Namen darauf aufmerksam, so daß es dann bei der Ankunft keine böse Überraschung gibt.

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  2. Zeig mir die Pension, in der man heute noch rauchen darf! Es wird also keine Überraschungen geben, auch wenn man sich nicht extra als Nichtraucher-Pension ausgibt. Und so wie man auch das Raucherverbot nicht umgehen kann, indem man in einem Zug den Kopf aus dem Fenster hängt, wird es auch keinen Nachbarn geben, der einem durch Benutzung des Pensionsbalkons rauchend den Schlaf raubt, da auch auf dem dortigen Balkon nicht geraucht werden darf.
    Im übrigen habe ich meine Nachbarin (eine Nichtraucherin) gefragt, ob sie mein Rauchen auf dem Balkon stört bzw. in irgendeiner Weise Einfluss auf ihre Gardinen oder gar Möbel hat. Sie hat das als übertriebenen Humbug von Nichtrauchern bezeichnet. Soviel zu dem Thema.
    Ganz allgemein habe ich auch keine Probleme mit den heutigen Rauchverboten, aber sehr wohl mit all den Zeitgenossen, die es beispielsweise vor 10, 15, 20 Jahren noch nicht gestört hat, in einem Büro mit Rauchern zu arbeiten, selbst wenn direkt im Büro geraucht werden durfte (was ich im übrigen auch nicht gut finde). Es ist das plötzlich hysterische Getue, das mich nervt, wenn also plötzlich Leute was von Geruchsbelästigung, tränenden Augen, passivem Rauchen, verdreckten Gardinen und so einem Quatsch reden, was alles früher komischerweise keiner bemerkt hat. In Großstädten leben, sich aber über Zigarettenrauch beschweren! Diese hysterische Unlogik bringt mich auf die Palme, nicht die Rauchverbote in Gaststätten und Pensionen – außer man betont dieses eh im Gesetz verankerte Verbot noch extra um eben diese hysterischen Zeitgenossen anzusprechen, die mit ihren stinkenden Autos in die Natur fahren um dort von Zigarettenrauch befreit Urlaub zu machen.
    Und durchaus können Raucher Zigarettenrauch wahrnehmen. Wir gewöhnen uns nur schneller daran.

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    1. Das meinte ich ja auch, daß Raucher sich eben schneller daran gewöhnen. Wenn ich in eine Raucherwohnung komme, dann ist es mir häufig passiert, daß die Raucher mir eben sagten, daß sie es gar nicht mehr riechen, während mir dieser kalte Rauch, der in den Möbeln hängt, eben auffällt. Das stört mich aber auch nicht weiter, weil ich mich ja auch daran gewöhne und es kaum noch rieche, wenn ich dann ein-zwei Stunden dort bin. Nur mich nervt es, wenn einige Raucher (besonders junge Kerle) dir auf der Straße den Rauch direkt ins Gesicht blasen, wenn sie sehen, daß du eben nicht rauchst, es dich also stören könnte. Kommt sicher nicht jeden Tag vor, passiert mir aber hin und wieder. Mich stört es also keineswegs, wenn jemand raucht und Rücksicht nimmt – so wie du eben immer, wenn ich bei dir bin – nur habe ich mir ausgesucht, nicht zu rauchen und dann will ich nicht, daß mich jemand dafür bestraft, wenn er mir mit voller Absicht den Rauch ins Gesicht bläst.

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