Es hört sich so einfach an: bringe doch endlich das, was du im Kopf hast, zu Papier! Schreibe deine Dissertation, die du doch längst fertig im Hinterkopf hast! Doch genau das ist das Problem: irgendwann hat man genug gelesen, aber wenn man dann seine Ideen noch nicht zu Papier oder in ein Word-Dokument transferiert hat, dann ist es schwer, einen Anfang zu finden, weil schlicht zu viel im Kopf ist. Vor lauter Ideen findet man den Anfang nicht und dann gibt es nur noch eins:

Wenn du den Anfang nicht findest, fang in der Mitte an.

Und trotzdem gehen wir noch einmal einen Schritt zurück, denn in der Mitte oder einfach irgendwo anzufangen ist natürlich nicht so einfach wie es sich anhört. Sich im Vorfeld ein wenig zu organisieren hilft dabei ein wenig. Zu jeder Hausarbeit oder auch Dissertation gehört selbstverständlich ein Inhaltsverzeichnis, und wenn man sich klar macht, daß man die einzelnen Kapitel selbstverständlich nach und nach abarbeiten muß, dann ist dem Gehirn schon sehr geholfen. Denn es kann sein Wissen nun kapitelweise absondern, muß nicht mehr an das große Ganze denken. Das kommt frühestens beim Schlußkapitel zum Einsatz und ist man dort erst einmal angekommen, sollten etwa 90% der Arbeit bereits fertig sein. Man hat dann also einen Text, mit dem man arbeiten kann. Und das ist um vieles besser als nur ein Text im Kopf.

Die “Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten” gibt es nun seit mittlerweile drei Jahren, und sie findet normalerweise im März statt. Oft nehmen daran Studenten teil, die eigentlich gar keinen Streß haben und im Grunde geht es auch nicht darum, in einer einzigen Nacht alle fünf noch zu schreibenden Hausarbeiten zu beenden. Es ist eine Art Theoriekurs gepaart mit Praxiseinsprengseln. Und genau so habe ich das auch geplant:

Um 16 Uhr geht es los mit einer halbstündigen Einführung mit ein paar Hinweisen darauf, wie man besser ins Schreiben hineinkommt, gewissermaßen dem Abwimmeln der lästigen Schreibblockade. Dann kann sich jeder Teilnehmer einen Platz suchen, der ihm zum Schreiben am angenehmsten ist und schreibt dann bis 19 Uhr das, was er eben schreiben will. Das kann die Gliederung der Hausarbeit sein oder schon der Anfang eines Kapitels oder auch ein Exposé einer größeren Arbeit. Auf jeden Fall sollte jeder um 19 Uhr einen Text produziert haben.

Zwischen 19-20 Uhr findet dann so etwas wie eine Sprechstunde statt, in der ich mit Rat und Tat zur Seite stehe. Ich schaue mir auf Wunsch die Texte an, gebe Hilfestellungen beim Verfassen der Fußnoten oder auch einer besseren Formulierung im Text oder was sonst noch an Problemen auftauchen sollte.

Von 20-21:30 Uhr wird dann weitergeschrieben oder auch gleich Verbesserungen am zuvor verfaßten Text vorgenommen. Und um 21:30 Uhr kommen dann noch mal alle in dem Raum, in dem ich mich die ganze Zeit befunden habe, zusammen, um gemeinsam den Abend Revue passieren zu lassen, Erfahrungen auszutauschen und noch einmal letzte Schreibtips zu bekommen.

Nützliche Links im Netz folgen im Anschluß:

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2 thoughts on “Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

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