Essen

Seit langem schaue ich ja kaum noch Fernsehen und erst recht keine Kochsendungen, denn was man da geboten bekommt, spottet meist jeder Beschreibung: fünfzig Zutaten for die Soße (von denen man vierzig auch nur in kaum vorhandenen Spezialläden bekommt, selbstverständlich zu horrenden Preisen; den Rest muß man erstmal im Lexikon nachschlagen), und von der benutzt man am Ende nur drei Tropfen für die Dekoration. In Kochwettbewerben kochen normale Menschen oft Gerichte, bei denen ich mich frage, ob das nicht bereits Gourmetniveau hat und dennoch werden sie am Ende bei der Bewertung durch Sterneköche heruntergeputzt, als hätten sie gerade die Lebensmittel vergewaltigt.

Und wofür das ganze? Um den Menschen die Lust am eigenen Kochen zu nehmen? Um ihnen einzureden, daß ihr eigenes Kochen schlecht und unwürdig ist? Um Normalmensch nach draußen in die Restaurants zu treiben, damit die noch mehr Absatz haben? Was auch immer es ist: Ich habe darauf keine Lust. Am liebsten koche ich mein Essen in einer einzigen Pfanne (weniger Abwasch!), völlig ohne Soßen und unnötige Zutaten. Ich lege keinerlei Wert auf das Anrichten, denn wenn ich koche, habe ich Hunger und will daher nicht noch während des hübschen Anrichtens der Speise zugrunde gehen, weil es ewig dauert. Weiterhin lehne ich Rezepte im Grunde ab. Ich besitze weder Lebensmittelwaage (wozu mißt man eigentlich Reis oder Nudeln ab?) noch Knoblauchpresse oder elektrische Pfeffermühle.

Ich arbeite beim Kochen – und das ist gut so!

Essen

Über oben abgebildetete Mahlzeit würde ein Sternekoch vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Nur ist mir das glücklicherweise völlig egal. Und weshalb? Weil es einfach genial geschmeckt hat! Hier zunächst die Zutaten (für diejenigen, die es nachkochen wollen:

  • Olivenöl (zum kurzen Anbraten ganz zu Beginn)
  • Ingwer (frisch, mit Messer in kleine Stücken schneiden; wieviel? ein gutes Stück Ingwer – jeder soviel wie er möchte)
  • [Knoblauch; steht deshalb in Klammern, weil in abgebildeter Mahlzeit kein Knoblauch drin ist – ich hatte keinen mehr. Normalerweise würde ich eine klein geschnittene Zehe verwenden]
  • Möhre (eine in vier Streifen geteilte und dann in kleine Stücke geschnitten)
  • grüne Bohnen (etwas mehr als eine Handvoll aus dem Tiefkühlbeutel)
  • Zucchini (siehe Möhre)
  • rote Linsen (etwas mehr als eine Handvoll)
  • Naturjoghurt (drei bis vier Eßlöffel)
  • ein Ei (wenn alles halbwegs gar ist, einfach in die Pfanne schlagen und verrühren)
  • Salz (am besten Himalaya-Salz – der einzige ‘Luxus’, den ich mir in der Küche gönne)
  • Pfeffer (ich verwende dreifarbigen aus der Mühle)
  • Schärfe (Jalapeño für mich, aber das kann jeder für sich entscheiden)
  • Kräuter (für dieses Essen habe ich getrocknete Dillspitzen und Petersilie verwendet; besser sind selbstverständlich frische Kräuter: Zwiebellauch möchte ich hier ganz ausdrücklich empfehlen)

Zur Herstellung gibt es nun kaum etwas mehr zu sagen als eben alles in einen Topf zu geben (das länger zu kochende – hier: Möhren, Bohnen und Ingwer – zuerst; das kürzer zu kochende – hier: Zucchini – erst etwas später; bei den Linsen schaut man auf die Verpackung, wieviele Minuten angegeben sind und zum Schluß probiert man kurz, ob alles gut durch ist) und ab und an zu rühren. Wenn Ingwer, Möhren und Bohnen im Topf sind (zusammen mit Öl und Gewürzen) und schon ein wenig Wärme bekommen haben, gibt es einen Schwall Wasser hinzu (soviel, daß Zucchini auch noch davon gut bedeckt werden und Linsen später genug Flüssigkeit aufnehmen können). Bei Bedarf kann man ja immer noch etwas mehr Wasser hinzugeben oder etwas mehr Joghurt, der kurz vor dem Ende hinzugefügt wird. Dann noch das Ei dazu und das Essen ist fertig. Kein unnötiger Schnickschnack, es ist trotzdem (gerade deshalb?) lecker und gesund. Und wer etwas mehr Muskelmasse haben möchte (Bohnen, Linsen, Ei!), dann ist dieses ‘Rezept’ sogar doppelt geeignet.

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