Bei Na[tional]No[vel]Wri[ting]Mo[nth] geht es darum, in einem Monat — also im November, der normalerweise grau und verregnet ist, man sich entsprechend warme Gedanken machen und die dann zu Papier bringen soll — 50.000 Wörter zu schreiben. Sonst nichts weiter. Es ist egal worüber man schreibt, in welcher Form und ob alles einen zusammenhängenden Sinn ergibt. Am Ende der dreißig Tage soll nur ein zusammenhängender Text aus 50.000 Wörtern dastehen.

Im heutigen SMS-Zeitalter, in dem kaum noch jemand weiß, was Papier ist und wie ein Stift aussieht, geschweige denn, wie man mehr als 140 Zeichen am Stück schreiben kann, erfreut sich NaNoWriMo dennoch großer Beliebtheit, und auch an der Ruhr-Uni in Bochum gibt es einen Kurs, der eng an NaNoWriMo angelehnt ist und mit dem man im Bachelor-Studiengang (Germanistik?) 5 Credits erwerben kann.

Schon im vergangenen Jahr habe ich es versucht, bin aber über die ersten Tage nicht hinweggekommen, weil ich da — was die Wortzahl betraf — bereits weit abgeschlagen zurücklag und die 50.000 Worte nie mehr geschafft hätte. Wieso aber genau 50.000? Weil das die Zahl ist, die einen etwa 150-200-seitigen Roman umfaßt, wenn er denn gedruckt wäre. Und das ist ja genau das Ziel: einen Roman zu schreiben, auch wenn das eigentliche Ziel ist überhaupt zu schreiben und zwar einen bestimmten Wortumfang in einer genau abgesteckten Zeit — etwas was Studenten in ihrem Studium kaum noch vernünftig hinbekommen, weil sie keine Übung mehr im Schreiben haben. Genau deshalb ist dieses Projekt sicher auch so beliebt.

Was mein persönliches Ziel betrifft, so habe ich diese Seite in meinem Blog genau aus diesem Grund eingerichtet: um es diesmal zu schaffen! Mit Öffentlichkeit ist das viel besser als nur im stillen Kämmerlein. Man betrügt sich ja ganz gerne selbst, vor allem wenn sonst kein Mensch von einem bestimmten Vorhaben weiß außer man selbst. Dann verschiebt man gerne und läßt es irgendwann ganz bleiben, um sich sofort etwas anderem zuzuwenden, damit gar nicht erst ein schlechtes Gewissen aufkommen kann.

Diesmal jedoch wird alles ganz anders sein! Ich fühle es und bin gnadenlos motiviert! Ich habe für mein Projekt sogar eine Überschrift (im letzten Jahr hieß mein “Roman” lediglich “Arbeitstitel”). Das Kind hat also einen Namen, damit eine gewisse Persönlichkeit und will entsprechend umsorgt und gepflegt werden. Wie im letzten Jahr werde ich auch nicht irgend etwas schreiben, sondern es soll schon einen gewissen zusammenhängenden Sinn ergeben. Meinen früheren Anspruch, am 30. November einen druckfertigen Roman in den Computer getippt zu haben, werde ich aber — Inshallah — aus meinem Kopf verbannen können. Zuerst einmal geht es um Quantität — die Qualität kommt dann in der Nachbearbeitung.

Auf jeden Fall würde ich mich sehr über Kommentare freuen. Meinen Fortschritt werde ich jeden Tag in einer neuen Seite veröffentlichen, so daß auch speziell zu jedem Tag die entsprechenden Meinungen und Anregungen geschrieben werden können. Wie gesagt: Das soll hier keine hochwertige Literatur sein; vielleicht gibt es hier und da auch Wiederholungen, Unlogisches oder Widersprüchliches. Darauf kann selbstverständlich auch hingewiesen werden, denn das ist bei einer evtl. Nachbearbeitung sicher nicht ganz schlecht. Es könnte aber durchaus sein, daß ich die etwaigen Mängel selbst bereits erkannt habe, an dem entsprechenden Tag allerdings überhaupt froh gewesen sein werde (Futur II — hach!) überhaupt 1.667 Wörter zustande gebracht zu haben — das nämlich ist die tägliche Durchschnittsrate, die man einhalten sollte, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Inhaltliche Diskussionen sind jedoch durchaus erwünscht, vielleicht sogar Fragen rund um die Hauptperson, die dazu führen könnten, daß ich auf diesem Wege zusätzliche(n) Schreibstoff / Motive zum Schreiben erhalte.

Am 1. November gibt es hier also mit der ersten Unterseite den ersten Eintrag, womit ich (hoffentlich) viel Spaß beim Lesen wünsche.

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