Lawrence of Arabia with Hummus and Arab Tea

hummus, tea and TEL

Today, 125 years ago, Thomas Edward Lawrence was born – to the world known also as ‘Lawrence of Arabia’. I don’t really like that name but I love the movie. So, when I have the time for it I usually watch it on Ned’s birthday plus make my own hummus, buy some Arab bread and drink some black tea with peppermint. It’s my version of ‘Lawrence-Day’ and some kind of a holiday to me.

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Sonnenaufgang und Literaturklassiker

Kurz nachdem ich heute Morgen in den Katakomben des Bochumer Hauptbahnhofs die Studentenmassen auf die nächste U35 zur Uni habe warten sehen, habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich vielleicht noch mal eine halbe Stunde eher losfahren sollte, um einen halbwegs angenehmen Stehplatz zu bekommen. Ich wäre dann zwar eine geschlagene Stunde vor Beginn des IPS in meinem Büro, aber das würde ich eventuell für ein wenig Sauerstoff mehr in Kauf nehmen. Vielleicht gibt es sich aber auch im Laufe des Semesters.

Heute hatte ich aber weniger Furcht vor zu geringer Sauerstoffzufuhr, sondern davor, daß die Probleme in meiner rechten Schulter zunehmen könnten. Ich befürchte seit Tagen ja einen eingeklemmten Nerv, und obwohl es mittlerweile besser geworden ist, schmerzt es und ist es leicht taub zur selben Zeit — kein allzu schönes Gefühl, zumal ich mittlerweile durch die leichte Gewichtsverlagerung und ständigen Dehnversuche auch leichte Rückenschmerzen wahrnehmen muß. Wenn das nicht besser wird, muß ich also doch noch hier in Bochum zum Arzt, was ich eigentlich vermeiden wollte!

Trotz meiner unsäglichen Schmerzen bin ich jedoch rechtzeitig im Institut angekommen, und ich habe es sogar geschafft, aus dem Fenster zu klettern, um den wunderschönen Sonnenaufgang zu photographieren. Genau 18 Mal, um genau zu sein. Abends habe ich dann den halbwegs gleichen Bildausschnitt von jedem Bild aneinandergereiht und einen einfachen Rahmen angefügt, so daß man nun in einem einzigen Bild (siehe oben) den Sonnenaufgang vom 21. Oktober 2011 zwischen 8:04 Uhr und 8:14 Uhr in Bochum nachbetrachten kann. Und damit man sieht, wie die Originalbilder aussahen, füge ich da mal eines an:

Nebel war auch vorhanden, so daß ich neben Sonnenaufgangsphotos auch ein paar Nebelbilder gemacht habe. Das hier ist meines Erachtens das beste:

Nach der Photosession kam das IPS, also der Ernst des Lebens. Andrzej war leider bei einer Tagung, weshalb ich mit Jens alleine war, um die Erstsemestler ein wenig unstrukturiert und völlig wirr darauf vorzubereiten, was sie im Laufe ihres Studiums zu erwarten hatten. Wie immer war es also die ganz normale chaotische erste Sitzung, nur mit dem Unterschied, daß ich meine erste Hausaufgabe, die bis kommende Woche zu erledigen ist, etwas anders verteilt habe als sonst. Jeder Student sollte seines eigenen Glückes Schmied sein, weshalb ich im Vorfeld einige Begriffe und Namen rund um Caesar vorbereitet hatte, d.h. jeder Begriff stand auf einem Papierschnipsel, und alle fünfzig Schnipsel hatte ich in meine Mütze gestopft. Jeder Student durfte sich nun seinen eigenen — individuellen — Papierschnipsel ziehen und konnte sich entsprechend auch nicht darüber beschweren, was er da bekommen hatte. Witzig war, daß eine Patrizia ausgerechnet den Begriff “Patrizier” gezogen hat. Wahrscheinlich bemüht sie sich ganz besonders!

Nach noch etwas Herumirren in der Historischen Bibliothek und Kopieren war ich völlig geschafft, wollte aber noch ein paar Postkarten von Bochum kaufen, um diese an Familie und Freunde zu verschicken. Lange bin ich ja nicht mehr hier, und da dachte ich mir, daß ich unbedingt noch etwas haptisches aus meiner 1 1/2jährigen Heimat nach Hause schicken müsste. Bei den Karten ist es dann aber nicht geblieben, weil vor der Schaten-Buchhandlung ganz in der Nähe des Schreibwarenladens, in dem ich die Karten erstanden habe, ein paar Stände mit verbilligten Büchern standen. Selbstverständlich konnte ich da nicht einfach vorbeigehen, und als ich schließlich weiterging, war ich um zehn Euro ärmer, aber an vier Büchern reicher:

Die Dubliners von James Joyce wollte ich immer schon haben, war aber irgendwie nie dazu gekommen. Hier jetzt für €2,50 bekam ich es fast geschenkt. A Portrait of the Artist as a Young Man lag direkt daneben, also sackte ich auch das an. Die Sons and Lovers von D.H. Lawrence hatte T.E. Lawrence in irgendeinem Brief sehr lobend erwähnt, also dachte ich mir, daß ich diesem Buch eine Chance geben könnte, und ganz zum Schluß entdeckte ich ein Buch, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte: The Prisoner of Zenda von Anthony Hope. Ich wußte nicht einmal, daß es davon zuerst ein Buch gab, denn unter dem Titel kannte ich bis dato nur den Film mit Stewart Granger in einer Doppelrolle. Ich mag sonst romantische Liebesschnulzen ganz und gar nicht, aber dieser Film ist im Grunde auch mehr ein Mantel- und Degenfilm, der zudem durch die ganze Art von Stewart Granger (einer meiner Lieblingsschauspieler — außer in den Karl May-Filmen) sehr viel gewinnt. Diese vier Bücher sollten also reichen, um bis zum 1. November und dem (hoffentlichen) Erscheinen von Kevin Kilbanes Autobiographie zu überleben.

Estland und die Burgruine Brandenburg

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, diesen Eintrag nicht mit “eigentlich” zu beginnen, was nämlich bedeuten würde, daß ich mit meinen Plänen grandios gescheitert wäre. Und so ist es auch. Eigentlich also hatte ich mir vorgenommen, im durchgehenden IC von Bochum nach Dresden mein Laptop aufzuschlagen, um meine heutigen Erlebnisse ohne handschriftlichen Zwischenschritt sofort von der Tastatur aufs digitale Blatt zu transferieren.

Ich setzte mich also in Bochum auf einen Platz einer Vierergruppe, die für Altenbeken bis Kassel-Wilhelmshöhe reserviert war, in der vagen Hoffnung, daß die Reservierthabenden in Altenbeken einfach nicht auftauchen würden. Dem war aber leider nicht so, weshalb ich also in Altenbeken raus auf den Gang mußte (weil ansonsten beinahe jeder Platz besetzt war) und dort weitergelesen habe. Kassel-Wilhelmshöhe war ja schließlich nur zwei Haltestellen entfernt – da würde ich mich einfach wieder zu der Vierergruppe bewegen, nachdem dort alle Aussteiger ausgestiegen und bevor alle Einsteiger eingestiegen sind.

Leider hatte ich dabei nicht damit gerechnet, wie sehr die Einsteiger nach einem Sitzplatz gierten. Ich kam gerade noch dazu, meine Laptoptasche  zu packen, doch noch bevor ich meine Kraxe über die Schultern werfen konnte, war die Meute bereits in den Wagen auf meine freien Plätze gewalzt.

Nach einem kurzen Frustflash offenbarten sich mir jedoch zwei weitere Optionen: 1) Auf dem Gang des angrenzenden Wagens, wo genug Platz für einen Kinderwagen war (bevor ich mich dort breitgemacht hatte), entdeckte ich eine etwas altmodisch aussehende Steckdose, die sich jedoch als unbrauchbar erwies, als ich mein Laptopkabel hineinpflanzte. Eine Verbindung zum Stromnetz wäre also möglich gewesen, ohne Strom allerdings war es dasselbe wie ein menschlicher Körper ohne Blut: tot, genau. Also weiter zu Option 2) den Tag handschriftlich aufpinseln und dann später viel schneller abtippen, weil man sich schließlich keine Gedanken mehr darüber machen muß, was man eigentlich schreiben wollte. Und letzteres ist genau das, was ich gerade mache, neben ab und zu aus dem Fenster zu schauen und nach Sehenswürdigkeiten für verwackelte Minutenfilme Ausschau zu halten. Die Ruine kurz vor Eisenach habe ich bereits erwischt:

Es handelt sich dabei um die Burgruine Brandenburg, wie ich — mittlerweile bereits wieder zu Hause — über Google Maps herausgefunden habe:

Kartenansicht der Burgruine Brandenburg bei Eisenach

Buchenwald sollte ich vor dem Sonnenuntergang noch schaffen. Aber vielleicht verrechne ich mich da auch gerade. Wobei ich mich heute ganz und gar nicht verrechnet habe, war meine Annahme, daß ich auf die Frage an meine Studenten, ob sie noch handschriftliche Briefe schreiben und verschicken würden, als Antwort nur ein jammervolles Schweigen sowie verständnislose Blicke erhielt. Die positivste Antwort kam von einer Studentin, die bis vor drei Jahren noch eine Brieffreundschaft gepflegt hat, dicht gefolgt von den Briefen zu Weihnachten eines Studenten. Ansonsten konnte sich jedoch niemand daran erinnern, überhaupt je einen Brief geschrieben zu haben.

Die Generation Facebook gibt nur noch Statusmitteilungen ab, das aber aller fünf Minuten. Längere, zusammenhängende Texte sind out. Man könnte schließlich etwas verpassen — also die unzähligen Statusmitteilungen seiner 973 Freunde bei Facebook –, wenn man sich rund eine Stunde damit beschäftigen würde, etwa fünfzig Statusmitteilungen des vergangenen Tages aneinanderzureihen. Facebook könnte bei der Erinnerung helfen, daß man ja nichts vergißt, aber wozu alles doppelt aufschreiben? Deshalb schreibt ja auch kein Mensch mehr mit der Hand. Wozu auch?

Die Net- und Notebooks unserer Tage sind elektronisch und mittlerweile so klein wie früher ein Notebook auf Deutsch: ein Notizbuch, mit richtigen Seiten zum blättern aus Papier. In so ein Notebook paßt auch viel mehr rein als in ein Notizbuch. Das denkt man so lange, bis der Akku runter oder — noch viel schlimmer — die Festplatte Schrott ist. Dann sollte man vor wenigstens fünf Minuten seinen gesamten Notebookinhalt noch irgendwo sonst gespeichert haben — bestenfalls auf einen Stick, der ein bißchen so aussieht wie ein altmodischer Stift, den man früher dafür brauchte, die eigene Sauklaue zu Papier zu bringen. Man kann auch alles auf CDs brennen, doch wenn man das aller paar Tage macht, ist die Wegrationalisierung des Notizbuchs nicht wirklich eine Verbesserung, ganz zu schweigen von etwaiger Platzersparnis.

Gerade ist mein Zug an Buchenwald vorbeigefahren, ohne daß ich ein Bild oder einen Videobeweis hätte machen können. Es ist in der Tat mittlerweile viel zu dunkel, so daß ich bestenfalls mein eigenes Spiegelbild knipsen könnte. So habe ich von dieser Fahrt lediglich ein verwackeltes Video einer realiter wirklich hübschen Ruine — sehr enttäuschend!

Definitiv nicht enttäuschend war heute die Auslosung der Play-offs zur Euro 2012. Während ich nach meinem Seminar an zwei Computern gleichzeitig hantierte (an meinem habe ich die Lawrence-Briefe bis einschließlich 1926 ausgedruckt; an Kathrins die beiden Lexikonartikel zur Epistolographie eingescannt), schaute ich mit einem Auge immer mal wieder auf die UEFA-Live-Grafik, und just als ich die letzte Seite eingescannt hatte, ploppte Estland im Fenster auf, während das Spiel Türkei vs Kroatien bereits feststand.

Ich wollte unbedingt Estland als irischen Gegner, weil mir das von den vier möglichen Gegnern Türkei, Tschechien, Bosnien und eben Estland der am niedrigsten gesetzte und damit scheinbar leichteste und hoffentlich bezwingbare Gegner schien. Also saß ich vor dem Bildschirm, brüllte ihn stumm an, daß er endlich Irland aufploppen sollte, und als er es schließlich tat, hätte ich beinahe das gesamte GA-Gebäude zusammengebrüllt.

Das Losglück war diesmal also mit Irland — wenn sie das jetzt noch (also Mitte November) versemmeln, dann haben sie es einfach nicht verdient, bei der Endrunde in Polen und der Ukraine dabei zu sein, und ich will bei den beiden Play-off-Spielen auch keine kontroversen Entscheidungen zugunsten Irlands sehen — egal wieviel John Delaney der UEFA gezahlt haben mag. Wird ja wohl drin sein für die Iren, in zwei Spielen mehr Tore zu schießen als die Esten!

Lawrence Letters, Vol. I and Ephesos

This is the front and back side of volume I of my copy & paste sessions with the T.E. Lawrence letters. I could have it for weeks now but couldn’t decide on the picture(s) I’d put on front and back side. Today I had to go to my former working place where I could put together the paper I’ve printed in Bochum so I had a fast decision to made.

At the end this decision was made pretty fast with my favourite drawn picture from T.E.L. made by the artist Augustus John. How it’s printed on the front of this 330 pages volume these are the years 1905 to 1920 (when Lawrence was aged 17 to 32). Now I’m still in 1931 with the C&P and on my own page 962 so there will be four volumes in total. I can only print the “rest” when I’m back in Bochum but this will be next week already so little time to C&P until May 1935.

When I was back home I had a nice postcard in my mailbox: from my parents who are currently on holiday in Kusadasi, Turkey. I love both on this card: the aerial view from Ephesos and the historical site as well. I’m already curious about the pictures they have made. On Thursday they’ll come back.

PS. And Turkey has got very nice stamps (the one on the right ;))

Leseproben, ein neues Stiftebehältnis und T.E.L.

Gestern habe ich einen schweren Fehler begangen: Ich habe mich in den Ex-Unibuchladen begeben, in dem es auch eine kleine Ecke Schreibwaren gibt. Neben drei kostenfreien Leseproben:

1) Jana Oliver, Die Dämonenfängerin. Aller Anfang ist die Hölle [normalerweise lese ich sowas nicht, aber ich habe alle verfügbaren Leseproben mitgenommen und werde diese auch zuerst lesen, Buch aber wohl definitiv nicht kaufen]

2) Tom Rob Smith, Agent 6 [zu diesem Krimi steht in der Leseprobe keine knappe Einführung, anhand der Überschriften konnte ich aber zumindest erkennen, daß es sich wohl um eine Art Kalte-Krieg-Geschichte handelt, und weil ich Krimis ohnehin mag, könnte mir das Buch wohl gefallen]

3) Rebecca Lim, Gefangen [die Geschichte — Heldin wacht in anderen Körpern auf und übernimmt für kurze Zeit deren Leben — erinnert mich stark an die von mir immer gern geschaute US-Serie “Zurück in die Vergangenheit” mit Scott Bakula, so daß ich etwas skeptisch bin, auch weil “Gefangen” bereits der vierte Band mit dieser Heldin ist, also wohl ebenfalls eine Art Serie angestrebt wird, bis sie im letzten Buch vielleicht in ihr eigenes Leben zurückkehrt; dennoch bin ich gespannt]

gab es dann noch den neuen Sehnsuchtskalender 2012 von Irland und ein extrem praktisches und auch ansehnliches Stiftebehältnis, da mein altes mittlerweile beinahe nicht mehr zu schließen ist und ich nun alles auf beide Taschen aufteilen kann. Glücklicherweise meckert und zickt das Teil nicht rum, wenn ich Bilder von ihm machen will, so daß die Photosession sehr angenehm war und ich deshalb hier ein paar Eindrücke von meinem neuen Mitbewohner geben kann:

An der Indienfront gibt es nicht viel Neues: bei den Lawrence-Briefen bin ich in meinem eigenen Skript gerade auf Seite 737, habe mir aber vorgenommen, heute noch das Jahr 1929 fertig zu kopieren, vielleicht während ich Bayern vs Manchester City schaue — also so nebenbei natürlich nur, weil mir herzlich egal ist, wer da gewinnt (nur die Bayern sollten es dann besser doch nicht sein!).

T.E. Lawrence, Ed Miller und Kontaktlinsen

Eine kleine Begebenheit heute hat mich dazu veranlaßt, mir für morgen frei zu nehmen. Frei zu nehmen vom Copy & Paste der Briefe von Thomas Edward Lawrence, deren Umsetzung in meiner Version bereits 589 Seiten umfaßt. Und ich bin erst im Jahre 1928. Sieben Jahre liegen also noch vor mir. Seit letzten Freitag beschäftigt mich diese eintönige Arbeit im Durchschnitt etwa 3-4 Stunden am Tag, aber erst heute habe ich leichte Verschleißerscheinungen an mir wahrgenommen und zwar in dem Augenblick, als ich ins Bad gegangen bin, um die Kontaktlinsen an meine Augen zu basteln. Irgendwann mußte ich schließlich mal wieder das Haus verlassen, um etwas zu essen zu kaufen, und da ich außer Haus ausschließlich mit Kontaktlinsen gehen, wurde es so notwendig, sie einmal wieder zu benutzen.

Als ich jedoch im Bad war und den Kontaktlinsenbehälter geöffnet hatte, fummelte ich mir erst minutenlang im rechten Auge herum, bis ich feststellte, daß ich mir die Kontaktlinse nicht entfernen sondern erstmal hinzufügen mußte. Mit einem kurzen verwirrten Blick in den Spiegel stellte ich fest, daß die Iris noch größtenteils intakt war, so daß ich nun mit wieder klaren Gedankengängen erst die Linse aus dem Behältnis und diese dann ans Auge kleben konnte.

Schließlich brauchte ich für den Weg zu den Futtertrögen etwas beruhigende, aufbauende Musik, also habe ich die gewählt, die ich bereits gestern wiederentdeckt hatte: den “Irish  Celtic Music Podcast“. Mittlerweile ist Marc Gunn bei Ausgabe 109 angekommen, von denen ich nur einen verschwindend geringen Teil besitze (Notiz an mich: alle Podcasts mal auf meine 2TB-Festplatte kopieren!), doch ich erinnerte mich dunkel, daß es da den ein oder anderen Song gab, der einfach wert ist, von mir wiedergefunden zu werden. Auf gut Glück habe ich also eine bereits vor Jahrzehnten gehörte Ausgabe angeworfen, und es war tatsächlich die mit einem meiner Lieblingssongs: Prince of Darkness von Ed Miller aus dem Album Lowlander.

Was folgte, ist klar: Immer und immer wieder spulte ich den Podcast an den Beginn dieses Songs zurück, auch mit nassen Händen, als ich — schon wieder zu Hause — gerade die Kartoffeln geschnitten hatte (beinahe eine Hommage an den guten alten Kassettenspieler). Pünktlich zum Abendessen 6:00p.m war mein Mahl schließlich vollendet:

Und nach Genuß desselben bin ich beinahe soweit, meinen freien Tag morgen schon wieder zu canceln. Fast. Ich werde mich nicht zwingen müssen, mich mit meiner neuen Bucherrungenschaft, den Python Year Diaries von Michael Palin, morgen ganz gemütlich auf den Balkon zu setzen. Regen ist jedenfalls nicht angekündigt.

Tabula rasa

In der letzten Zeit, wann immer ich mich zu diesem Blog vorgeklickt hatte, war das erste, was ich gesehen habe: Angela Merkel. Ich wußte, daß es ein Fehler war, dieses Video hier zu verlinken, denn immer wenn ich sie gesehen hatte, bin ich auch schnell wieder weg, weil mir alles, was mir bis dahin im Kopf herumgeschwirrt, sofort abhanden gekommen war. Das hat nun endlich ein Ende, denn immerhin habe ich es diesmal bis zur New Post-Maske geschafft und den neuen Eintrag bereits begonnen und immerhin breche ich kurze Schriften nicht so schnell ab wie lange, also…

Nach langer Zeit war ich heute einmal wieder in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, kurz: SLUB, vordergründig deshalb, weil ich drei Bücher verlängern mußte, die zum Glück nicht vorgemerkt waren, so daß ich sie wieder mit nach Hause nehmen konnte. Sehr viel Glück hatte ich da allerdings nicht, da sich alle drei Monographien mit den Sasaniden beschäftigen, und über die will in Dresden – außer mir – niemand etwas lesen.

Da nun der Beginn des kommenden Semesters bedrohlich nahe rückt, hatte ich vor, meinen Besuch in der SLUB so richtig auszunutzen, indem ich nach Literatur zu Thomas Edward Lawrence und Julian Apostata gesucht habe, den beiden Helden meines eigenständigen Seminars. Die beiden anderen Veranstaltungen sind ein ganzsemestriges IPS, das ich im Vergleich zu den kurzen im Wintersemester nur ein wenig strecken muß sowie eine Begleitübung zu einer Vorlesung, in der es ebenso religiös zugeht wie in dem IPS und ich nur ein paar Quellen heraussuchen muß, um die mit den Studenten eingehend zu besprechen.

Nach meiner allumfassenden Suche, die mich über einige Umwege auch noch auf ein-zwei andere Nebenthemen gebracht hat, hatte ich neun Monographien beieinander und steuerte schließlich am Ende – als krönenden Abschluß gewissermaßen – in den Lesesaal, um mir aus Libanios‘ Briefen diejenigen des Redners und Philosophen an Julian zu kopieren, da die in der SLUB vorhandene zweisprachige (Griechisch / Deutsch) Ausgabe nur als Präsenzausgabe vorhanden war, während ich die “Theologischen Reden” eines Gregor von Nazianz ausleihen konnte. Allerdings hatte ich bei Libanios wenig für mich Interessantes zu kopieren, so daß ich in etwa fünf Minuten damit fertig war.

Allerdings! – und hier komme ich nun zur Erklärung des Titels für diesen Eintrag – waren Libanios’ Briefe an Julian in der Tusculum-Ausgabe nicht ganz vollständig. Zu kopieren hatte ich die Seiten 110-137 und 370-407, von denen die Doppelseiten 130/131, 134/135 sowie 138/139 fehlten, d.h sie waren schon da, aber eben tabula rasa, also völlig unbeschrieben, weiß, unbefleckt, jungfräulich etc. pp. Irgendwas war beim Druck offensichtlich schiefgegangen. Man kennt das ja vom heimischen Drucker, wenn er ab und an mal zwei Blätter statt einem einzieht, dann allerdings hat man einfach nur das unbedruckte Blatt zu entfernen, während der Text vollständig ausgedruckt wurde. Allerdings gibt es in der SLUB auch Scanner, mit denen man bitte noch vor dem altmodischen Kopierer Vervielfältigungen seiner Monographien oder Aufsätze machen soll. Und bei diesen Geräten ist mir das auch schon passiert, daß ich – zu Hause angekommen und mir mein Erjagtes in Ruhe anschauend – plötzlich weiße Seiten in den Händen hatte anstelle von gescannten Seiten. Das hieß dann jeweils: nochmal in die SLUB und die fehlenden Seiten – nein, nicht scannen, sondern gleich – kopieren. Denn nicht nur, daß altmodisches Kopieren in Bibliotheken sicherer ist, nein, es sieht auch noch schöner, deutlicher und klarer aus!

Nur, habe ich mich dann auf dem Nachhauseweg gefragt: Was ist eigentlich aus dieser Auflage von 1980 geworden, immerhin muß dieser Fehler doch in jedem Einzelexemplar aufgetaucht sein? Hat man alle bereits verkauften Bücher wieder zurückgenommen und sie statt dessen an sämtliche Bibliotheken kostenlos verteilt, auf daß diejenigen Studenten oder anderen Benutzer, die dieses Buch tatsächlich einmal anfassen, sehen sollen, wo sie bleiben? Tusculum ist ja an sich eine gute Adresse, wenn es um antike Quellen geht, allerdings ist diese Libanios-Ausgabe nicht die erste, in der einfach ein paar Seiten fehlen. Den Preis von €79 rechtfertigt das jedenfalls nicht, auch nicht, wenn in der neuesten Auflage von 1995 die fehlenden Seiten vorhanden sein mögen.